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Theater Aachen: Themenschwerpunkt zu Schillers „Räubern“

Anlässlich der Inszenierung von Schillers »Die Räuber« am Theater Aachen bietet das Theater Aachen in Kooperation mit der Volkshochschule Aachen (Demokratie Leben!) drei Veranstaltungen an, die sich thematisch an die Inszenierung andocken.

Den Beginn macht am 02. Mai um 19.30 Uhr im Spiegelfoyer ein Inszenierungsgespräch zur Aachener Aufführung. Wie bringt man einen Klassiker wie Schillers »Räuber« auf die Bühne? Was hat uns das 1782 in Mannheim erstmalig aufgeführte Stück aktuell noch zu sagen? Warum erklingt im Jahre 2018 Hardrock zu Schillers Versen? Welche Rolle spielt die Werktreue für Publikum und Bühnenschaffende, welche Freiheit hat die Theaterregie der Gegenwart? Entspringt die Gewalt der »Räuber« tatsächlich nur persönlichen Motiven? Oder gibt es auch eine politische Dimension? Und wie bewerten wir heutzutage die für Schillers Stück so zentrale Ambivalenz der Freiheit? Diesen Fragen gehen die Regisseurin Ewa Teilmans, die Mitglieder der Band Katortz und der Politologe Richard Gebhardt nach. Moderiert wird das Gespräch von Generalintendant Michael Schmitz-Aufterbeck. Der Eintritt ist frei.

Am Donnerstag, den 03. Mai, wird der Publizist Albrecht von Lucke um 19.30 Uhr im Spiegelfoyer in einem Vortrag die Protestgeschichte der Bundesrepublik untersuchen. Der Eintritt dazu ist frei. Woher kommt beispielsweise die Wut der sozialen Bewegung von rechts, die Rufe wie »Volksverräter«, oder »Wer Deutschland nicht liebt, soll Deutschland verlassen« anstimmt? Woher rührt die neue Militanz auf den deutschen Straßen, woher die Sehnsucht nach neuen »Hauptmännern«? Der Politikwissenschaftler und Jurist Albrecht von Lucke ist Redakteur der »Blätter für deutsche und internationale Politik« und ein führender Kenner der Protestbewegungen in der Bundesrepublik. Zur Bedeutung der Studentenrevolte hat er das Buch »68 oder neues Biedermeier. Der Kampf um die Deutungsmacht« veröffentlicht. In Artikeln und Kommentaren, Vorträgen und Diskussionsrunden in Funk und Fernsehen analysiert er die Veränderung des Parteiensystems und der politischen Kultur in Deutschland.

Den Abschluss macht eine Lesung mit Schiller-Texten am 06. Mai um 11.00 Uhr in der Kammer. Die Allgemeingültigkeit von Schillers Themen, die Einmaligkeit der Gestaltung seiner Stoffe und vor allen Dingen seine unnachahmliche sprachliche Verdichtung führen dazu, dass Schillers Texte auch 200 Jahre nach seinem Tod nicht nur als historisches Denkmal zu würdigen sind – sie haben an Aktualität nicht verloren. Wir nähern uns in einer Lesung mit Ewa Teilmans und den Schauspielern Rainer Krause, Roman Kohnle und Alexander Wanat diesem genialen Künstler an. Kostenlose Zählkarten sind an der Theaterkasse erhältlich.