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Biokontrollen in der Stadt Aachen

Windeln, Glas, Plastiktüten und Dosen: Immer wieder wird die Biotonne von einigen Aachenerinnen und Aachenern zweckentfremdet. Die Qualität des Bioabfalls verschlechtert sich so wesentlich. In der Vergangenheit hatte das sogar dazu geführt, dass ganze Chargen Biomüll zur Müllverbrennungsanlage nach Weisweiler gefahren werden mussten. Das wiederum ist mit erheblichen Mehrkosten verbunden, die letztlich auf alle Gebührenzahler zurückfallen.

Der Aachener Stadtbetrieb führt aus diesem Grund Biobehälterkontrollen durch.

Werden bei den Kontrollen Restabfall oder anderen Störstoffe gefunden, werden diese Biobehälter nicht geleert. In diesen Fällen gibt es zwei Möglichkeiten, Abhilfe zu schaffen: Entweder wird die falsch befüllte Tonne von seinen Nutzern nachsortiert, also alle Störstoffe werden entfernt, oder es kann eine Sonderleerung als Restabfall gegen Aufpreis beim Aachener Stadtbetrieb angemeldet werden.

Informationen zur Abfalltrennung und Sortierhilfen gibt es an den Bürgerservice-Standorten Katschhof und Bahnhofplatz, den Bezirksämtern sowie im Internet unter www.aachener-stadtbetrieb.de.

Erste Ergebnisse der Biobehälterkontrollen liegen inzwischen vor: Ein durchwachsenes Ergebnis.

  • Abfallberatung des Stadtbetriebs überprüft Biomüll in der Innenstadt: 44 Tonnen werden nicht geleert.
  • Größtes Problem sind Plastiktüten
  • Weitere Kontrollen angekündigt

 Aufkleber machen auf die Fehlbefüllungen aufmerksam. Foto: Stadt Aachen/Elisa Bresser
Aufkleber machen auf die Fehlbefüllungen aufmerksam. © Stadt Aachen/Elisa Bresser

„Es gibt nichts, was wir noch nicht gesehen haben.“ Anne Janotta sagt das sachlich, während sie zügig hinter den Müllladern die Stufen zum Keller hinunter geht. „Restabfallsäcke, Dosen, Verpackungsmaterialien“, zählt sie auf und steuert auf zwei Biotonnen zu, die in dem kleinen Kellerraum stehen. Ein prüfender Blick in die Tonne, dann nickt sie. Kartoffelschalen, verblühte Schnittblumen, ein paar Tomaten. „Die können geleert werden“, sagt Janotta zu den Müllladern.

Diesen Satz wird sie in der kommenden Stunde nicht so häufig wiederholen. Denn zu oft finden sich in den Biobehältern Störstoffe wie Windeln, genutztes Kleintierstreu, Glas und immer wieder Plastik. „Wir haben sogar schon Kleinelektrogeräte entdeckt“, erinnert sich Manuela Staaks. „Rasierapparate zum Beispiel. Oder einen Toaster.“

Rund 90 Euro für eine Sonderleerung
Anne Janotta und Manuela Staaks gehören zum Team der Abfallberatung des Aachener Stadtbetriebs. Dutzende Biobehälter haben sie am Montagmorgen im Aachener Ostviertel geöffnet und die Abfälle inspiziert. Das Ergebnis ist durchwachsen. Bereits vor zwei Wochen überprüften sie in diesem Bereich, schrieben rund 70 Hausbesitzer an, um über die jeweilige Fehlbefüllung der Biotonne zu informieren. Die nun erfolgte zweite Phase der Kontrolle zeigt: Nur bei rund einem Drittel der Ermahnten hat sich die Befüllung verbessert. „Die Tonnen sind top“, freut sich Manuela Staaks. Doch das bedeutet im Umkehrschluss auch, dass 44 Behälter erneut falsch befüllt waren und darum nicht geleert wurden. Mit Aufklebern „versiegelte“ das Team die Tonnen symbolisch. Die Nutzer müssen nun entweder nachsortieren oder eine Sonderleerung als Restabfall beim Aachener Stadtbetrieb anmelden – Kostenpunkt: rund 90 Euro. Sind die Tonnen bei der nächsten Leerung wieder falsch befüllt, bleiben sie erneut stehen.

Kosten fallen auf alle Gebührenzahler zurück
Seit Oktober vergangenen Jahres werden die Biobehälter in der Stadt Aachen kontrolliert. Eine notwendige Maßnahme, da sich die Qualität des Biomülls zunehmend verschlechtert hatte. Ganze Chargen Biomüll hatten von der Kompostierungsanlage abgeholt und zur Müllverbrennungsanlage nach Weisweiler gefahren werden müssen. Das wiederum ist mit erheblichen Mehrkosten verbunden, die letztlich auf alle Gebührenzahler zurückfallen.

Bei den Kontrollen arbeiten die Beraterinnen mit den Müllladern Hand in Hand. Letztgenannte kennen das Gebiet schließlich am besten. Die Erfahrung zeige, sagt Anne Janotta, dass die Problematik „in Mehrfamilienhäusern deutlich höher“ ist.  Wegen der Anonymität fühlten sich viele nicht verantwortlich.

Zwar scheint sich das Bewusstsein in Bezug auf die Sortierung der Abfälle insgesamt verbessert zu haben. Dennoch bleiben Kontrollgänge notwendig. „Wir bleiben am Ball“, sagt Janotta, „sowohl innerstädtisch als auch in den Außenbezirken.“ Gebiete, die bislang nicht kontrolliert wurden, werden ebenfalls mit und mit inspiziert und die Hausbesitzer gegebenenfalls informiert.

Weitere Kontrollen
Die nächsten Biokontrollen werden rund um die Monheimsallee stattfinden.

Plastiktüten gehören nicht in den Biomüll: Anne Janotta und Manuela Staaks kontrollierten am Montag Biotonnen in der Innenstadt. Foto: Stadt Aachen/Elisa Bresser
Plastiktüten gehören nicht in den Biomüll: Anne Janotta und Manuela Staaks kontrollierten am Montag Biotonnen in der Innenstadt. © Stadt Aachen/Elisa Bresser