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Rote Karte für ordnungswidrig abgelegte Gelbe Säcke

Berge von Gelben Säcken türmen sich am Straßenrand. Zum Teil sogar falsch befüllt, versperren sie den Durchgang auf dem Bürgersteig. Die Stelle vor der Kirche an der Raerener Straße in Lichtenbusch scheint vor allem von deutsch-belgischen Berufspendlern als Abladestelle genutzt zu werden. Ein ähnliches Bild bietet der Pfeiferweg auf Höhe der Bushaltestelle Im Sief. Gelbe Säcke, die, da sie teilweise bereits aufgerissen sind, auch Ratten und Ungeziefer anlocken.

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Bußgeld ab 100 Euro
An diesen und einer weiteren Stelle an der Raerener Straße hat der Bereich Abfallwirtschaft des Aachener Stadtbetriebs nun Hinweisschilder aufstellen lassen. Bereits 2014 waren an der Eupener Straße und der Lütticher Straße solche Schilder aufgestellt worden – mit großem Erfolg: Heute werden dort kaum mehr Gelbe Säcke abgelegt. Die Tafeln verdeutlichen, dass das Abladen von Gelben Säcken nicht gestattet ist, im Gegenteil: Es ist ordnungswidrig, da Wilder Müll produziert wird. Wer erwischt wird, muss mit einem Bußgeld ab 100 Euro rechnen. Die Verfahren sind jedoch vom Einzelfall abhängig. 

Altes Problem, neue Stelle
Die Problematik ist nicht neu. Der von Grenzpendlern gesammelte Verpackungsmüll ist Teil des deutschen Abfallentsorgungssystems und wird nicht in Belgien abgeholt. Doch auch sie haben in Deutschland Waren gekauft, deren Verpackungen über das Duale System Deutschland entsorgt werden, und so auch indirekt für die Entsorgung bezahlt. Hinzu kommt häufig, dass deutsch-belgische Pendler nicht wissen, wann der eigentliche Entsorgungstag in den jeweiligen Bereichen ist. Diese Pendler haben aber die Möglichkeit, ihren gesammelten Verpackungsmüll kostenfrei an den beiden Recyclinghöfen in der Stadt Aachen abzugeben.


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Anne Janotta und Manuela Staaks (v.l.) vom Bereich Abfallwirtschaft des Aachener Stadtbetriebs blicken auf einen Berg Gelber Säcke, die ordnungswidrig an der Kirche in Lichtenbusch abgelegt wurden. Der Stadtbetrieb hat nun neue Hinweisschilder aufgestellt. Foto: Stadt Aachen/Elisa Bresser

Wilder Müll geht zu Lasten der Gebührenzahler
Für die Rücknahme der Verpackungen und das Einsammeln der Gelben Säcke sind die Dualen Systeme verantwortlich. Im Entsorgungsgebiet der Stadt Aachen ist die Entsorgungsgesellschaft Niederrhein (EGN) mit der Sammlung der Gelben Säcke beauftragt. Zwar nimmt diese teilweise auch die ordnungswidrig abgelegten Gelben Säcke mit. Doch sobald die Säcke gerissen sind und die Verpackungen lose herumfliegen, ist es Aufgabe des Stadtbetriebs, den Wilden Müll aufzusammeln – auf Kosten und zu Lasten der Aachener Gebührenzahler.
 
An den Recyclinghöfen der Stadt Aachen werden Gelbe Säcke kostenfrei angenommen. Der Recyclinghof Brand, Camp Pirotte 50, Zufahrt über Debyestraße, ist montags, dienstags, donnerstags und freitags von 8 bis 16 Uhr geöffnet, mittwochs von 8 bis 19 Uhr und samstags von 8.30 bis 14 Uhr. Die Öffnungszeiten am Recyclinghof Aachen-Eilendorf, Kellershaustraße 10, sind montags bis freitags 8.30 bis 18 Uhr und samstags 8.30 bis 14 Uhr.