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Aktuelle Lage Flüchtlingsunterbringung

Flyer Wir helfen Flüchtlingen - Informationen, Kontaktadressen und Ansprechpartner


Seit September 2015 hat die Stadt Aachen bereits diverse Pressemitteilungen zum Thema "Flüchtlinge in Aachen" veröffentlicht

Aktueller Überblick

Einige Umzüge stehen an. Ehemaliger Sportplatz Adenauerallee wird belegt.

  • Der von der Verwaltung für 2017 prognostizierte Zuzug von 75 geflüchteten Menschen pro Monat ist nicht eingetreten. Die Quote nach dem Königsteiner Schlüssel ist aktuell in Aachen übererfüllt.
  • Prognosen hängen von vielen Faktoren ab; die Verwaltung geht ab Mai 2017 von einer angepassten mittleren Prognose von 55 zugewiesenen Menschen pro Monat aus.
  • Flüchtlinge ziehen im Juli zur Container-Anlage auf dem ehemaligen Sportplatz Adenauerallee an der Heidbendenstraße. Stadt plant Informationsveranstaltung.

Die Unterbringung von Flüchtlingen verläuft in Aachen noch immer relativ entspannt. Aktuell beträgt die Zahl der in Aachen untergebrachten Flüchtlinge 2196 Personen. Hiervon sind 800 Menschen in städtischen Übergangsheimen und 1.396 Menschen in Einzelwohnungen verteilt im Stadtgebiet untergebracht.
 
Aufgabe der Landeseinrichtung wirkt sich nicht wie erwartet aus
Status quo: Der von der Verwaltung für 2017 erwartete Zuzug von 75 geflüchteten Menschen pro Monat ist bisher so nicht erfolgt. Die Anzahl der unabhängig von dieser Zahl vor allem im Rahmen der unerlaubten Einreise und des Familiennachzuges aufgenommenen Menschen wurde gleichzeitig durch Weg- und Auszüge vollständig kompensiert. Auch die Aufgabe der Landeseinrichtung am Westbahnhof und der Abzug der entsprechenden Plätze haben sich nicht wie erwartet auf die Zahl der zugewiesen Flüchtlinge ausgewirkt. Fazit: nach wie vor hat die Stadt Aachen im Vergleich zu anderen Städten in NRW zu viele Menschen aufgenommen.
 
Dass weiter geflüchtete Menschen nach Deutschland und damit auch nach Aachen kommen und untergebracht werden müssen, ist allerdings sehr wahrscheinlich. Eine Prognose für den zukünftigen Bedarf abzugeben, hält der städtische Beigeordnete Professor Dr. Manfred Sicking jedoch nach wie vor für schwierig. „Das hängt von sehr vielen Faktoren ab“, erklärte er. Nach Angaben des MIK (Ministerium für Inneres und Kommunales NRW) kämen weiterhin wöchentlich 800 bis 1000 Flüchtlinge nach Nordrhein-Westfalen. Unter Berücksichtigung gleichbleibend hoher Asylantragszahlen und der Schätzung der Bundesregierung, wonach für das Jahr 2017 bis zu 400.000 Flüchtlinge erwartet werden, geht die Stadt Aachen ab Mai 2017 von einer angepassten mittleren Prognose von 55 zugewiesenen Menschen pro Monat aus.
 
Auf Veränderungen zeitnah und adäquat reagieren
Diese angepasste mittlere Prognose gilt auch für das Jahr 2018. Voraussichtlich bis Mitte nächsten Jahres stehen danach ausreichend Plätze zur Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung. Aufgrund des Wegfalls von nur befristet zur Verfügung stehenden Wohnraums müssen im kommenden Jahr allerdings rund 700 Plätze neu geschaffen werden. „Trotzdem stehen wir gut da“, bestätigt Rolf Frankenberger, Leiter des städtischen Fachbereichs Wohnen, Soziales und Integration. „Wir müssen die Situation allerdings sorgfältig beobachten und gleichzeitig die Bedarfsplanung gut im Auge behalten, um auf Veränderungen zeitnah und adäquat reagieren zu können“, sagt Frankenberger weiter.  
 
Vor diesem Hintergrund wird die Stadt Aachen weiterhin  alle bisher als Flüchtlingsunterkunft geschaffenen Plätze beibehalten. Durch die zeitliche Befristung von Unterbringungsmöglichkeiten erfolgt in den kommenden Monaten ohnehin eine Reduzierung der Platzzahlen um über 200 Plätze. Über eine eventuelle Zwischennutzung freier Plätze soll nach Einzelfall kurzfristig entschieden werden.
 
Zwischennutzung der Spaceboxen durch die Bundeswehr
Als Zwischennutzung ist aktuell auch die Anfrage der Bundeswehrverwaltung zu sehen, die die mobilen Wohneinheiten auf dem Gelände der Dr.-Leo-Löwenstein-Kaserne als Unterbringungsmöglichkeit für ihre Seminar- und Schulungsteilnehmer nutzen möchte. Durch einen noch abzuschließenden Mietvertrag soll gewährleistet sein, dass die Bundeswehr die so genannten „Spaceboxen“ nutzen kann, gleichzeitig aber die dort aufgestellten 52 „Spaceboxen“ im Bedarfsfall wieder kurzfristig als Unterbringungsmöglichkeit für Flüchtlinge genutzt werden können.  
 
Die auf dem Gelände der Dr.-Leo-Löwenstein-Kaserne untergebrachten Flüchtlinge werden Anfang Juli in die nur wenige Meter entfernt aufgestellten und bisher nicht genutzten „Spaceboxen“ auf dem ehemaligen Sportplatz Adenauerallee an der Heidbendenstraße verlegt. Sandra Knabe, Abteilungsleiterin „Übergangswohnen“ im städtischen Fachbereich Wohnen, Soziales und Integration, erklärt, dass ein solcher Umzug die geflüchteten Menschen so wenig wie möglich belasten werde. „Ihre Wohnsituation wird sich aufgrund der geringen Entfernung zwischen den beiden Standorten und der gleichen Ausstattung der Spaceboxen kaum verändern. Vor allem die Kontakte zum ehrenamtlichen Netzwerk in Burtscheid können so aufrechterhalten werden“, sagt sie. Und ergänzt: „Würden wir die Flüchtlinge woanders unterbringen, würde die vorhandene ehrenamtliche Unterstützung aufgrund der großen Entfernung vermutlich abreißen. Und gerade das wollen wir nicht, denn die Unterstützung der „Neuen Nachbarn“  ist so wichtig zur Integration der Flüchtlinge.“
 
Die Bewohner des demnächst aufzugebenden Standorts Franzstraße, die derzeit vom DRK betreut werden, sollen ebenfalls in Kürze in andere Einrichtungen umziehen Das bislang dort eingesetzte DRK zieht mit nach Burtscheid und übernimmt die den Anwohnern im Rahmen einer früheren Informationsveranstaltung zugesagte Rund-um-die Uhr Betreuung der dann dort untergebrachten Flüchtlinge.
 
Informationsveranstaltung vor Ort
Um die Anwohner, aber auch alle interessierten Bürger, über den zukünftigen Bezug der Flüchtlingsunterkunft an der Heidbendenstraße zu informieren, ist am Donnerstag, 22. Juni, von 18.30 bis 20 Uhr eine Informationsveranstaltung vor Ort geplant. An diesem Abend können der Standort und natürlich auch die mobilen Wohneinheiten besichtigt werden und es gibt die Möglichkeit, offene Fragen zu klären. 

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31.05.2017: Flüchtlingsunterbringung aktueller Stand
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18.04.2016: MakeHome - Alternative Wohnmöglichkeit für Flüchtlinge
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21.12.2015: Flüchtlingszahlen steigen weiter an
16.12.2015: Ehemaliges Versorgungsamt wird Flüchtlingsunterkunft
10.12.2015: Flüchtlingsunterbringung - weitere Turnhallen benötigt
27.11.2015: Jede Woche fast 200 neue Flüchtlinge
12.11.2015: Stadt kauft Gebäude in der Tempelhofer Straße
10.11.2015: Stadt richtet zwei weitere Turnhallen für Flüchtlinge her
05.11.2015: Aachen erwartet in den kommenden Tagen 270 neue Flüchtlinge
30.10.2015: Erste Flüchtline ziehen in die Roermonder Straße
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18.09.2015: Aktuelle Flüchtlingssituation in Aachen
10.09.2015: Aufnahme weiterer 145 Flüchtlinge
09.09.2015: Flüchtlinge - Ehrenamtliche Helfer zur Essensausgabe gesucht
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03.09.2015: NRW-Notunterkunft in Walheim


"Aachener Bündnis für Flüchtlinge"

Das "Aachener Bündnis für Flüchtlinge" startete ebenfalls mit viel Rückenwind in eine positive, vor allem aber arbeitsreiche und anspruchsvolle Zukunft. Bei der Auftaktveranstaltung in der Nadelfabrik zeigten sich die Aktiven optimistisch, die die Bündnisse, die in Stadt und StädteRegion Aachen, aber auch bei der hiesigen Bundespolizeiinspektion gegründet worden sind, bündeln und unter ein gemeinsames Dach bringen.

Flüchtlingsarbeit besser zu vernetzen und zu koordinieren - und zwar im haupt- wie auch ehrenamtlichen Bereich - ist das Ziel des neuen Aachener Bündnisses. Nicht ohne Stolz stellten Oberbürgermeister Marcel Philipp, Städteregionsrat Helmut Etschenberg sowie der Sprecher der Bürgermeisterkonferenz, Karl-Heinz Hermanns (Simmerath), heraus, dass das viel beschworene Wort von der Stimmung, die zu kippen droht, in der Aachener Region nicht gilt. Oberbürgermeister Philipp brachte es auf den Punkt: "Wir sind gut gestartet, haben die ersten Hürden genommen, doch was folgt, ist nun ein Marathon. Aber auch den wollen und werden wir meistern." Hilfe dazu komme vor allem aus der Bevölkerung. Die Kölner Regierungspräsidentin Gisela Walsken lobte gerade diese in der Aachener Region spürbare Haltung als vorbildlich.

„Aachener Bündnis für Flüchtlinge“. Foto: Stadt Aachen / StädteRegion Aachen
Stadt Aachen und StädteRegion Aachen haben gemeinsam das „Aachener Bündnis für Flüchtlinge“ ins Leben gerufen (v.l.n.r.): Moderator Bernhard Verholen (Caritasverband Aachen) gewährleiste den Informationsfluss und Städteregionsrat Helmut Etschenberg, Bernd Büttgens (Pressesprecher der Stadt Aachen), Regierungspräsidentin Gisela Walsken, sowie Oberbürgermeister Marcell Philipp bedankten sich ausdrücklich bei allen Helferinnen und Helfern für ihr außerordentliches Engagement. © Stadt Aachen / StädteRegion Aachen

In Stadt und StädteRegion setzen sich inzwischen eine Vielzahl von Vereinen, Organisationen und Bürgerinitiativen für Flüchtlinge ein. Dazu kommt die Arbeit der Städte und Gemeinden. In drei Gruppen wird das Engagement im Bündnis gebündelt.

Zum einen sollen der Einsatz von ehrenamtlichen Helfern sowie die Verteilung von Sachspenden abgestimmt, zum anderen die Bereiche Bildung, Sprache und Beruf koordiniert werden. Eine dritte Gruppe befasst sich mit den Schwerpunkten Gesundheit, Notfallversorgung und Traumaberatung.

Die Leiterinnen und Leiter der Arbeitsgruppen stellten bereits erste Ergebnisse vor. Bernhard Verholen vom Caritasverband Aachen wies für die erste AG (Netzwerkarbeit und Koordination von ehrenamtlichem Engagement und der Sachspenden) auf die fruchtbare Kooperation mit der Kathy-Beys-Stiftung hin. Auf deren Internet-Plattform www.unserAC.de gibt es die inzwischen vielgenutzte Rubrik Flüchtlingshilfe.

Die zweite Arbeitsgemeinschaft kümmert sich um das Feld Bildung und Sprache sowie um den Übergang von Schule, Beruf und Studium und ist an die Kommunalen Integrationszentren der Stadt und der Städteregion angedockt. Andrea Genten (StädteRegion) und Sevim Dogan (Stadt Aachen) sind die Sprecherinnen. Am Tisch der AG sitzen alle, die mit jungen Flüchtlingen und deren Bildung zu tun haben: Schulaufsicht, Schulen, Jugendamt, Ausländeramt, aber auch die Polizei, die Kammern und nichtstaatliche Fachberatungsstellen wie das Café Zuflucht. Die Sprecherinnen mahnten an, die Flüchtlinge nicht zu lange über ihre Lage im Unklaren zu lassen. Bildung sei stets der Schlüssel zur Integration.

Die Bundespolizei kümmert sich federführend um die dritte Gruppe, eindrücklich der Auftritt von deren Sprecher Knut Paul. Er wies daraufhin, dass seine Kollegen oft den ersten Kontakt mit Flüchtlingen haben und sie teilweise aus lebensgefährlichen Situationen befreien. „Die rund 600 unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge, die jetzt in Aachen sind, sind nicht nur durch unsere Dienststelle, sondern auch durch unsere Seelen gegangen“, sagte Paul.

Gesundheit, psychosoziale Notfallversorgung, Traumaberatung und -betreuung sowie Sprachmittlung sind die Themen der AG. Konkreter Ansatz hier: schnelle Versorgung mit Traumabehandlungen, gestützt durch die AG, die eine Liste mit kooperierenden Praxen, Kliniken, Psychologen, Psychiatern und Therapeuten vorhält

Nicht nur auf ein freundliches Willkommen kommt es an, sagten diverse Podiumsgäste, die Hilfe für Flüchtlinge fängt dann erst an und währt lange. „Wir brauchen alle Ebenen. Hier in der Aachener Region haben Sie das verstanden. Hier weiß man, dass das alles ohne Ehrenamt nicht zu stemmen wäre“, lobte Walsken die Initiative des Aachener Bündnisses für Flüchtlinge.