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Schöffen und Jugendschöffen für die Amtsperiode 2019 – 2023 gesucht!

„Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“ (Art. 20 Abs. 2 S. 1 Grundgesetz). Daher werden im deutschen Prozessrecht sämtliche Urteile und Beschlüsse von Gerichten „im Namen des Volkes“ gesprochen. Um diesem Anspruch gerecht zu werden, hat grundsätzlich jede Person mit deutscher Staatsangehörigkeit das Recht, an der Rechtsprechung aktiv teilzunehmen und somit eine Stimme des Volkes in Verhandlungen darzustellen. Diese Personen sind als sogenannte Schöffen (oder auch „Laienrichter“) bekannt und werden durch den Schöffenwahlausschuss des Amtsgerichts vor Beginn einer jeden neuen Amtsperiode aus entsprechenden Vorschlagslisten der Städte und Gemeinden ausgewählt.

Auch für die einzureichenden Vorschlagslisten der Stadt Aachen werden daher für die kommende Amtsperiode 2019 – 2023 wieder Haupt- und Hilfsschöffen – sowohl in allgemeinen Strafverfahren (gegen Erwachsene) als auch in Jugendstrafsachen – gesucht. Für das Schöffenamt in allgemeinen Strafverfahren werden 550 interessierte Bürgerinnen und Bürger gesucht, für das Jugendschöffenamt 304 Personen. Hierbei schlägt die Stadt Aachen doppelt so viele Personen vor, wie durch den Schöffenwahlausschuss bestimmt werden. Somit können leider nicht alle Bewerberinnen und Bewerber berücksichtigt werden.

Was brauche ich grundsätzlich, um mich als Schöffin oder Schöffe bewerben zu können?

  • Wohnsitz in Aachen
  • Zum Stichtag 01.01.2019 mindestens 25 Jahre und höchstens 69 Jahre alt
  • Die deutsche Staatsangehörigkeit und ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache

Was wird von mir als Schöffe erwartet?

Als Schöffe sollten Sie über soziale Kompetenz, Lebenserfahrung und Menschenkenntnis verfügen. Wer sich für das Jugendschöffenamt interessiert, sollte darüber hinaus erzieherisch befähigt und in der Jugenderziehung erfahren sein. Hierbei ist unerheblich, ob Sie diese Eigenschaften aus Ihrer beruflichen Tätigkeit, aus ehrenamtlichem Engagement oder aus privatem Umfeld mitbringen. Wichtig ist vielmehr, dass Sie das Handeln eines Menschen oder Jugendlichen einschätzen und beurteilen können, denn Sie unterstützen als ehrenamtliche Richterin oder Richter in den Verhandlungen die Berufsrichterin bzw. den Berufsrichter, würdigen gemeinsam die Beweise (Hat sich die Tat wie vorgetragen ereignet?), dürfen Fragen stellen und wirken aktiv an der Urteilsfindung mit. Da für jede Verurteilung und jedes Strafmaß eine Zwei-Drittel-Mehrheit erforderlich ist, kann niemand gegen die Stimmen beider Schöffen verurteilt werden. Dies bedeutet, dass Sie jedes Urteil mit fällen und sich somit vor Ihrer Bewerbung für dieses Amt darüber im Klaren sein sollten, ob Sie beispielsweise für mehrjährige Freiheitsstrafen oder einen Freispruch mangels Beweislage eine persönliche Mitverantwortung übernehmen können und möchten.

Auch in schwierigen Verhandlungen verlangt das Schöffenamt von Ihnen ein hohes Maß an Unparteilichkeit und Unvoreingenommenheit, Selbständigkeit, Objektivität sowie Verantwortungsbewusstsein für den Eingriff in das Leben anderer Menschen durch ein Urteil. Juristische Vorkenntnisse sind zwar nicht erforderlich. Dennoch müssen Sie Ihre Rolle im Strafverfahren kennen und sich über Ihre Rechte und Pflichten als Schöffe informieren.

Von der Wahl ausgeschlossen sind Personen, die zu einer Freiheitsstrafe von mehr als sechs Monaten verurteilt worden sind oder gegen die ein Ermittlungsverfahren wegen einer schweren Straftat läuft, welches zum Verlust der Übernahme von Ehrenämtern führen kann. Darüber hinaus sollten sowohl hauptamtlich in oder für die Justiz tätige Personen (wie z. B. Richter, Rechtsanwälte, Beamte oder Bedienstete im Polizei- oder Strafvollzugsdienst, Bewährungshelfer, usw.) als auch Religionsdiener nicht zu Schöffen gewählt werden.  

Wo kann ich mich bewerben?

Wurde Ihr Interesse geweckt? In diesem Fall können Sie gerne Ihr ausgefülltes und unterschriebenes Bewerbungsformular für das Schöffenamt in allgemeinen Strafverfahren (gegen Erwachsene) an den Fachbereich Wahlen oder für das Jugendschöffenamt an den Fachbereich Kinder, Jugend und Schule der Stadt Aachen übersenden.

Formular zur Bewerbung als Schöffe/Jugendschöffe

Ansprechpartner für das Amt der Schöffen:

Stadt Aachen
Fachbereich Wahlen – FB 01
Blücherplatz 43
52068 Aachen
Frau Stühlen
Telefon: 0241 / 432 – 1601
E-Mail: wahlen@mail.aachen.de

Ansprechpartner für das Amt der Jugendschöffen:

Stadt Aachen
Fachbereich Kinder, Jugend und Schule – FB 45/100
Mozartstr. 2 - 10
52058 Aachen
Frau Olbertz
Telefon: 0241 / 432 – 45107
E-Mail: jugendschoeffenwahl@mail.aachen.de     

Die Vorschlagslisten für das Schöffenamt in allgemeinen Strafverfahren müssen durch den Rat der Stadt Aachen bzw. in Jugendstrafsachen durch den Kinder- und Jugendausschuss genehmigt und im Anschluss an die jeweiligen Sitzungen öffentlich ausgelegt werden. Achten Sie bitte auf entsprechende öffentliche Bekanntmachungen in den Tageszeitungen, falls Sie die Listen gerne sichten möchten. 

Wo finde ich weitere Informationen rund um das Thema Schöffenamt? 

Weitere Informationen zum Thema Schöffen- und Jugendschöffenamt können Sie auf den nachfolgend aufgelisteten Internetseiten finden: 

 

  • Bundesverband ehrenamtlicher Richterinnen und Richter e.V. - Deutsche Vereinigung der Schöffinnen und Schöffen: www.schoeffenwahl.de 
  • Deutsche Vereinigung der Schöffinnen und Schöffen - Bund ehrenamtlicher Richterinnen und Richter - Landesverband Nordrhein-Westfalen e.V.: www.schoeffen-nrw.de 
  • Landgericht Aachen: www.lg-aachen.nrw.de
  • Amtsgericht Aachen: www.ag-aachen.nrw.de