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Energie und Klimaschutz in Aachen

Die Stadt Aachen hat sich mit ihrem Beitritt zum europäischen Klima-Bündnis (Anfang 1992) schon frühzeitig zu dessen ambitionierten Reduktionszielen (Halbierung der CO2-Emissionen von 1990 bis zum Jahr 2020) verpflichtet und ihre Strategien und Handlungsfelder entsprechend ausgerichtet. Sie ist auch Mitglied in den Klimaschutzinitiativen der EU-Kommission „Covenant of  Mayors – Konvent der Bürgermeister“ europäischer Städte sowie "Mayors Adapt".

Seit 2009 beteiligt sich die Stadt Aachen am kommunalen Management- und Zertifizierungssystem "European Energy Award". Mitte 2011 wurde sie im Rahmen des internationalen Audits mit dem Gold-Award ausgezeichnet. Die Re-Zertifizierung ist im Jahr 2015 erfolgt.

Die Aktivitäten der Stadt Aachen schlagen sich nieder in den Kennzahlen beim Endenergieverbrauch und bei den Kohlendioxid (CO2)-Emissionen. Der Endenergieverbrauch sank seit dem Jahr 1990 um 11 Prozent, die CO2-Emissionen gingen um 22,4 Prozent zurück. Immer wieder nahm die Stadt Vorreiterrollen ein bei folgenden Projekten:

  • früher Fernwärme-Netzausbau
  • die Einspeisevergütung für erneuerbare Energien, die Modell für das heutige Bundesgesetz Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) wurde
  • das Gebäudecontrolling (E-View)
  • das erste Energieeffizienzkonzept
  • die Beratungsstelle altbau plus
  • die Festbrennstoffverordnung
  • der Luftreinhalteplan.

Mit der Ausweisung von Windpotenzialflächen oder der Bereitstellung eines Solardachkatasters wird der Ausbau erneuerbarer Energien derzeit forciert. Zu den jüngsten Maßnahmen zur lokalen Energiewende gehören: 

  • eine Initiative zum Ausbau der Kraftwärme-Kopplung (KWK)
  • die prozesshafte Entwicklung eines neuen Verkehrsentwicklungsplans unter breiter Akteursbeteiligung
  • Maßnahmen zur Stärkung der Elektromobilität (Pedelec-Verleihsystem)
  • die Aufbauarbeit zur Gründung einer Energieeffizienzgenossenschaft
  • Aufbauarbeit für eine Klimaschutzsiedlung.

Energie- und klimapolitische Zielrichtung

In der Stadt Aachen liegen die Hauptanstrengungen derzeit darin, die vorhandenen Potenziale stärker nutzbar zu machen. Das heißt, sie will die die planerischen Voraussetzungen schaffen und die Akteure entsprechend motivieren, konkrete Maßnahmen umzusetzen.

  • Ein Beispiel: Die Stadt Aachen hat einen breiten Prozess angestoßen, im Rahmen dessen nicht ein externer Gutachter, sondern acht Fachkommissionen, in denen die relevanten Akteure einbezogen sind, Ziele, Handlungsschwerpunkte und Aktionspläne zur nachhaltigen Verkehrsentwicklung - mit deutlichen Schwerpunkten zur Stärkung von ÖPNV und Radverkehr - erarbeiten.
  • Durch Verträge mit den kommunalen Stadtwerken (STAWAG), zum Beispiel zum Fernwärme- und Photovoltaik-Anlagen-Ausbau, ist eine Basis zur nachhaltigen Energieversorgung geschaffen worden. Eine Strategie zum Ausbau der Kraft-Wärme-Kopplung wurde 2014 im Zuge eines NRW-Wettbewerbes entwickelt.
  • Im Bereich der Stadtplanung hat sich die Stadt Aachen bereits Anfang der 1990er Jahre zu einer flächensparenden Siedlungsentwicklung entschlossen. Leitlinien wie Nutzungsmischung, Stadt der kurzen Wege, Baulücken- oder Brachflächennutzung waren im Umweltqualitätszielkonzept, im stadtökologischen Beitrag und im Leitbild Aachen 2020 bereits verankert.
  • Mit dem Masterplan „Aachen*2030“ wurde  ein  Entwicklungskonzept erarbeitet, das Klimaschutz und die Anpassung an die Auswirkungen des Klimawandels in besonderem Maße berücksichtigt. Einen großen Raum nahm hierbei die Beteiligung von Akteuren, z.B. in Fach- und Stadtteilwerkstätten, ein.
  • Die zukünftige räumliche Entwicklung der Stadt Aachen wird im Flächennutzungsplan (FNP) dargestellt, der zurzeit neu aufgestellt wird. Zur Einbindung der Anpassung an die Folgen des Klimawandels wurde hierzu eigens ein Gutachten erstellt.
  • Die vier in der Stadt Aachen ansässigen Hochschulen, insbesondere die Rheinisch-Westfälische Hochschule (RWTH) haben auf die Stadt großen Einfluss mit einer Vielzahl von Faktoren wie die Gebäudestandorte, dem studentischen Leben oder den Forschungsaktivitäten, von denen auch die Stadt profitiert. Mit dem Campus Melaten und dem Campus West werden derzeit zwei große Erweiterungsgebiete für die RWTH umgesetzt oder noch geplant, deren nachhaltige Energieversorgung und Verkehrsanbindung eine besondere Herausforderung darstellen.
  • Die Stadt Aachen geht mit ihrem Luftreinhalteplan einen ganz anderen Weg, die innerstädtischen Immissionen zu senken. Tut sie dies vornehmlich, um die Einführung einer Umweltzone zu vermeiden, so hat die Vielzahl der Maßnahmen jedoch auch eine positive Auswirkung auf den Klimaschutz: betriebliches Mobilitätsmanagement, Radinfrastrukturmaßnahmen, Attraktivitätsverbesserungen im ÖPNV und Carsharing sowie die Modellregion Elektromobilität sind einige Themen, die begleitet durch die Kampagne „mitmachen – durchatmen“ in der Öffentlichkeit für Engagement werben.
  • Mit der STAWAG hat die Stadt Aachen ein Tochterunternehmen, das sich seit Jahren für die Steigerung von Energieeffizienz und die Förderung erneuerbarer Energien - ganz besonders auch im Bereich Elektromobilität - engagiert und sich zudem an diversen Forschungsvorhaben beteiligt.
  • Die Stadt Aachen unterhält seit Jahren Kontakte zu den unterschiedlichsten Akteuren, die für eine erfolgreiche Klimaschutzarbeit von elementarer Bedeutung sind. Eines der frühesten Gremien, das im Sinne der Netzwerkbildung hohe Bedeutung hat, ist der Energiebeirat, den es seit 1992 gibt und der sich zusammengesetzt aus Vertretern von Politik, Verbänden, Hochschule und anderen Institutionen.
  • Diverse Fachgruppen mit externen Akteuren aus Industrie und Wirtschaft wurden im Rahmen der KWK-Ausbauinitiative gegründet. Arbeitsgruppen wie der Arbeitskreis Mobilität oder PG Luftreinhalteplan binden relevante Akteursgruppen gezielt ein. Einzelne Akteure wie die Aachener Kathy-Beys-Stiftung engagieren sich und unterstützen die Stadt bei Projekten wie dem Aufbau einer regionalen Energieeffizienzgenossenschaft.
  • Eine Kultur der Kommunikation und Beteiligung, sei es von Wirtschafts- und Handwerksverbänden, Kammern, Verbrauchergruppen oder Interessensvertretern, wird seit Jahren gepflegt und hat sich als sehr vorteilhaft erwiesen. So war denn auch die Gründung des Vereins altbau plus und das Betreiben der Sanierungsberatungsstelle unter Beteiligung von über 20 Institutionen ein Anknüpfen an diese kontinuierliche Zusammenarbeit.

Sachstandsbericht 2015

Sachstandsbericht 2014

Sachstandsbericht 2013

Präsentation zu den Klimaschutzaktivitäten der Stadt Aachen

Beitrag zum Thema Kohlendioxid-Bilanz in der Stadt Aachen