Stadt Aachen

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Aachen ist familiengerechte Kommune

Die Stadt Aachen ist eine von insgesamt acht nordrhein-westfälischen Städten, die am 1. Juli 2010 im Robert-Schumann-Saal in Düsseldorf das Zertifikat zum Audit familiengerechte Kommune erhielt. In dem Zertifikat wird der Stadt Aachen bescheinigt, dass sie sich erfolgreich dem Auditierungsprozess zum Audit familiengerechte Kommune gestellt hat. Im Rahmen der Auditierung hat die Stadt eine Bestandsanalyse zur Familiengerechtigkeit in Aachen vorgenommen, Lösungen für eine Verbesserung der Lebensbedingungen von Familien erarbeitet und verbindliche Ziele für eine nachhaltige familiengerechte Gesamtstrategie definiert. familienfreundliche Kommune

familienfreundliche Kommune

(von rechts nach links) Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers, Oberbürgermeister Marcel Philipp und Dr. Marion Gierden – Jülich, Staatssekretärin im Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration.

Entwickelt wurde das Auditierungsverfahren vom nordrhein-westfälischen Ministerium für Generationen, Familie, Frauen und Integration, der berufundfamilie gGmbH – eine Initiative der Hertie-Stiftung – sowie der Bertelsmannstiftung.

Ministerpräsident Jürgen Rüttgers überreichte die Zertifikate, Oberbürgermeister Marcel Philipp nahm die Auszeichnung für die Stadt Aachen entgegen.

Aachen war vom Ministerium eingeladen worden, sich an der Pilotphase des Projektes zu beteiligen. Bereits seit 2008 lief eine Testphase der Städte Düsseldorf, Gladbeck, Rödinghausen und Kreuztal. An dieser Phase wurden bewusst Kommunen unterschiedlicher Größenklassen beteiligt. An der Pilotphase nahmen neben Aachen die Städte Emsdetten, Lippstadt und Altena teil.

Im März dieses Jahres hatte der Rat der Stadt Aachen beschlossen, die im Audit familiengerechte Kommune entwickelten Ziele innerhalb der nächsten drei Jahre umzusetzen. Zu den Zielen gehört u. a. die Bekämpfung der Folgen von Kinderarmut und die gleichberechtigte gesellschaftliche Teilhabe von Kindern, die Schaffung bedarfsdeckender Betreuungsangebote, die Aufstellung eines Bildungsberichtes zur optimalen Förderung aller Kinder und Jugendlicher und die Schaffung eines flächendeckenden Angebotes von Familienzentren.

Familienpolitik wird – so das städtische Presseamt – in Aachen seit vielen Jahren groß geschrieben. Im Rahmen des ersten Bundeswettbewerbs „Kinder- und familienfreundliche Gemeinde“ wurde Aachen schon 1996 ausgezeichnet. Im Jahre 2005 wurde das Aachener Bündnis für Familie gegründet, das sich als Ideenschmiede für mehr Familienfreundlichkeit in Aachen versteht und seitdem viele sinnvolle Aktivitäten angestoßen hat.

Ein Beispiel für Maßnahmen, die bereits während des Auditierungsprozesses umgesetzt wurden, ist die verbesserte Betreuung von Kindern studierender Eltern. Ein kleines studentisches Hilfsprojekt mit anfänglich 5 Kindern wurde mit Hilfe der Stadt zu einem professionellen Betreuungsangebot des Studentenwerks weiterentwickelt. Mittlerweile betreut das Studentenwerk im Stadtgebiet zwei Kindertageseinrichtungen und eine Kinderkrippe für insgesamt 100 Kinder im Alter zwischen vier Monaten und sechs Jahren.

Ein weiteres Beispiel ist das Projekt JutE – Jugend trifft Erfahrung. Dabei erhalten Grundschulkinder durch ehrenamtliche Mentoren individuelle und bedarfsgerechte Förderung. Hier engagieren sich ältere Menschen, die bereits aus dem Berufsleben ausgeschieden sind, um mit ihrer gewonnenen Zeit und ihrem reichen Erfahrungsschatz Kindern bessere Chancen für die Zukunft zu geben. Derzeit sind rund 65 Mentoren in 20 Schulen tätig.

In seiner Rede auf der Veranstaltung zur Verleihung der Zertifikate sagte Ministerpräsident Dr. Jürgen Rüttgers: „Ich bin stolz darauf, dass wir in Nordrhein-Westfalen ein bislang bundesweit einzigartiges und vor allem wirkungsvolles Instrument geschaffen haben. Hier werden die Kommunen dabei unterstützt, konkrete Verbesserungen für Familien umzusetzen. Dabei sind alle wichtigen Akteure eingebunden, zum Teil auch die Familien selbst.“ Es sei, so Rüttgers weiter, beeindruckend,“ wie einfallsreich und ernsthaft sich die acht Kommunen dem Ziel gestellt haben, familiengerecht zu werden.“

Der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp bedankte sich für die Auszeichnung, die Ansporn sei, „die Anstrengungen der Stadt Aachen im Bereich der Familienfreundlichkeit trotz der bestehenden finanziellen Probleme fortzuführen und die Strukturen weiter zu verbessern“.

Integrations- und Familienminister Armin Laschet hatte vor der Verleihungszeremonie im Rahmen einer Pressekonferenz darauf hingewiesen, dass familienfreundliche Bedingungen nur vor Ort selbst geschaffen werden können. Und: „ amilienfreundlichkeit ist zunehmend ein wichtiger Standortfaktor auch für Unternehmen und deren Beschäftigte geworden.“