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Besondere Fürsorge für Kinder psychisch kranker Eltern

Bei der Vertragsunterzeichung im Alexianer Krankenhaus Aachen © Alexianer Aachen GmbH
Bei der Präsentation der Rahmenvereinbarung: Horst Hütten, Fachberater für den Kinderschutz der Stadt Aachen, Raimund Lanser vom Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung in der StädteRegion Aachen, Alexianer-Regionalgeschäftsführerin Birgit Boy und Dr. med. Claus Wolff-Menzler, Ärztlicher Direktor Alexianer Krankenhaus Aachen (v.l.). © Alexianer Aachen GmbH

Die Alexianer Aachen GmbH und die Jugendämter der Städte Aachen, Alsdorf, Eschweiler, Herzogenrath, Stolberg und Würselen sowie das Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung der StädteRegion (neben der übergeordneten regionalen Funktion auch zuständig für die Städte und Gemeinden Baesweiler, Monschau, Roetgen und Simmerath) haben einen Kooperationsvertrag geschlossen, der den Schutz von Kindern psychisch kranker Eltern besonders in den Blick nimmt. Ziel ist es, durch gemeinsames Handeln kritische und belastende Situationen wahrzunehmen, Versorgungsstrukturen zu verbessern und eventuelle Gefährdungssituationen für Kinder und Jugendliche zu beheben. Vertreter der Alexianer und der Jugendämter stellten die Kooperation jetzt vor.

Wichtig: Eltern und Kinder unterstützen
„Kinder zu erziehen ist generell eine anspruchsvolle Aufgabe“, sagt Jutta Weber, themenbeauftragte Fachbereichsleitung Pflege im Alexianer Krankenhaus Aachen. „Wenn ein Elternteil ein psychisches Problem hat, wird es dadurch nicht einfacher. Die Kinder benötigen gerade in dieser Zeit besondere Aufmerksamkeit, und manche Eltern sind mit der Situation überfordert. Uns ist es wichtig, die Eltern und die Kinder zu unterstützen. Die Kooperation mit den Jugendämtern hilft uns, diesen Anspruch noch besser umzusetzen.“ Antje Trauzeddel, themenbeauftragte Ärztin und leitende Oberärztin der Allgemeinpsychiatrie, verdeutlicht, was das bedeutet: „An erster Stelle steht für uns, die verschiedenen Hilfen – das Krankenhaus, niedergelassene Ärzte, das Jugendamt und Jugendhilfeeinrichtungen – in ihren verschiedenen Denk- und Handlungsansätzen zur positiven Zielplanung für die erkrankten Eltern und ihre Kinder ins Gespräch und an einen Tisch zu bringen. Unsererseits geht es um die bestmögliche Versorgung der erkrankten Eltern und der Kinder mit Heranziehung möglicher Hilfen, um die Überwindung von Stigmatisierung und um die Herstellung von Transparenz unter allen Beteiligten.“

„Ergänzend zur fachärztlichen Hilfe für die Eltern gilt es, mit dieser Vereinbarung die Kinder im Blick zu halten und wenn notwendig gezielte Hilfen anzubieten“, so Raimund Lanser vom Amt für Kinder, Jugend und Familienberatung in der StädteRegion Aachen. „Diese tragen dazu bei, dass wirksame Elternschaft und Kindeswohl entsprochen und gefördert wird.“

„Unter Berücksichtigung der fachärztlichen Einschätzung können so passgenaue Hilfen angeboten werden.“
Selbstverständlich gab es auch schon vor der Rahmenvereinbarung eine Zusammenarbeit zwischen dem Alexianer Krankenhaus Aachen und den Jugendämtern, wenn ein gemeinsamer Handlungsbedarf in Krisensituationen für Kinder oder Jugendliche bestand. Die jetzt neu geschlossene Rahmenvereinbarung erweitert die Zusammenarbeit und gibt ihr Strukturen, die eine schnellere und passgenauere Unterstützung der Familien ermöglichen. „Wenn wir uns aus psychiatrischer Sicht Sorgen um Eltern und Kinder machen, können wir die Fälle jetzt zeitnah mit Jugendamtsmitarbeitern oder vom Jugendamt anerkannten externen ‚erfahrenen Fachkräften‘ besprechen“, erläutert Antje Trauzeddel das Verfahren. Wenn die Patienten und Kinder dem Jugendamt bekannt sind oder den Einbezug des Jugendamtes ausdrücklich wünschen, kann der Austausch in offener Form erfolgen. Die Fallbesprechungen können aber auch anonymisiert erfolgen. Ziel ist in jedem Fall, Hilfen und Maßnahmen abzusprechen und zu koordinieren. „Davon profitieren in erster Linie natürlich unsere Patienten und ihre Kinder“, stellt Trauzeddel fest. „Gleichzeitig stärkt die Kooperation unsere Mitarbeiter, weil wir bei entsprechenden Fragestellungen schneller auf das Expertenwissen der Jugendämter zugreifen können.“

Gleiches gilt aus Sicht des Fachberaters für den Kinderschutz der Stadt Aachen, Horst Hütten, auch für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Jugendämter: „Unter Berücksichtigung der fachärztlichen Einschätzung können so passgenaue und familienunterstützende Hilfen angeboten und umgesetzt werden.“

Die Jugendämter, der Kinderschutzbund und das Alexianer Krankenhaus Aachen werden die neu geschlossene Zusammenarbeit jährlich auswerten, um die Risikoeinschätzung und die Verfahrensabläufe kontinuierlich zu verbessern. Angedacht sind auch Schulungen für Krankenhausmitarbeiter, um ihre Sicherheit in der Einschätzung der Kindeswohlgefährdung zu stärken.

Psychisch erkrankte Menschen sind keine schlechten Eltern
Bereits seit Jahren befasst sich das Alexianer Krankenhaus Aachen mit der Situation der Kinder seiner Patienten. So verfügt das Krankenhaus beispielsweise über Eltern-Kind-Zimmer, damit Patienten auch mit Kind aufgenommen werden können, wenn die familiäre Situation es erfordert. Es gibt regelmäßig Führungen für Kinder psychisch kranker Eltern, damit die Kinder den Ort, an dem sich ihre Eltern aufhalten, gründlich kennenlernen können. So erhalten die Kinder Einblick und Antworten auf ihre Fragen über die Erkrankung von Mama oder Papa. Zusätzlich informieren Mitarbeiter von „AKisiA – Auch Kinder sind Angehörige“ des Deutschen Kinderschutzbundes Aachen die Patienten des Alexianer Krankenhauses Aachen regelmäßig über das Angebot für Kinder und Familien. Das AKisiA-Angebot umfasst unter anderem Einzel- und Familiengespräche, kindgerechte Informationen über psychische Krankheiten, Gruppenangebote für Kinder und Jugendliche zum Erfahrungsaustausch, Freizeitangebote für die Familien oder auch Eltern- und Erziehungsberatung.

Eine Klarstellung liegt Antje Trauzeddel besonders am Herzen: „Die Kooperation soll auf keinen Fall den Eindruck erwecken, psychisch erkrankte Menschen seien ‚schlechtere Eltern‘. In der Krankheitsphase können Schwierigkeiten in der Versorgung und Betreuung der Kinder auftreten. Die Kooperation macht es noch besser möglich, solche Schwierigkeiten zu überwinden – mit verschiedenen gut koordinierten Unterstützungsleistungen und Hilfen für die Kinder und ihre Eltern.“


Die Teilnehmer am Pressegespräch
(in alphabetischer Reihenfolge)

  • Birgit Boy; Regionalgeschäftsführerin Alexianer Aachen GmbH
  • Herbert Heinrichs; Stadt Alsdorf
  • Horst Hütten; Stadt Aachen
  • Bernd Krott; Stadt Herzogenrath
  • Raimund Lanser; StädteRegion Aachen
  • Dr. Josef Michels; StädteRegion Aachen
  • Adnan Akyaman-Wagner; Stadt Stolberg
  • Jürgen Termath; Stadt Eschweiler
  • Antje Trauzeddel; Themenbeauftragte Ärztin und leitende Oberärztin der Allgemeinpsychiatrie Alexianer Krankenhaus Aachen
  • Jutta Weber; Themenbeauftragte Fachbereichsleitung Pflege Alexianer Krankenhaus Aachen
  • Dr. med. Claus Wolff-Menzler; Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Allgemeinpsychiatrie Alexianer Krankenhaus Aachen
  • Herbert Zierden; Stadt Würselen

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