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Energetische Sanierung Einhard-Gymnasium

Energetische Sanierung Einhard-Gymnasium

Energetische Sanierung 2018

Fassaden, Fenster und Dächer des Einhard-Gymnasium werden energetisch saniert.

Juli 2018:
Das Bauschild steht.

Foto BS

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Anlass: 
Das Einhard-Gymnasium bedarf einer umfassenden energetischen Sanierung der Gebäudehülle.

Förderung und Mittelbedarf:
Auf der Grundlage  des „Gesetzes zur Umsetzung des Kommunalinvestitionsförderungsgesetzes in Nordrhein-Westfalen (KInvFöG NRW)“  wurden für diese Sanierung Fördermittel beantragt. Es stehen Haushaltsmittel in Höhe von 5.900.00,00 €  zur Verfügung.

Voruntersuchungen und Planungsphase:
Im Vorfeld wurden Betonuntersuchungen durchgeführt und ein genereller Ablauf durchgespielt. Daraufhin konnte das ausführende Büro pbs-architekten (Aachen) ermittelt und beauftragt werden. Das Jahr 2017 dient komplett der Planung und den vorbereitenden Maßnahmen der Sanierungsarbeiten.

Nach erfolgter Vor- und Entwurfsplanung  (Lph 3 HOAI) kann die eigentliche Kostenberechnung vorgelegt werden. Hiermit werden erstmals die Kosten verifiziert und verbleibende Risiken in der
Projektabwicklung aufzeigbar.

Ablaufplan:
Die eigentlichen Sanierungsmaßnahmen werden daraufhin in Abstimmung mit der Schule in den Jahren 2018, 2019 und 2020 stattfinden.

Ziel ist es, besonders lärm- und staubbelastende Arbeiten möglichst außerhalb der Unterrichtszeiten in den Sommerferien durchzuführen.

Einzelmaßnahmen:

1. Dämmung der Fassade
2. Erneuerung Sonnenschutz
3. Verbesserung der Luftqualität
4. Dachsanierung
5. Betonsanierung
6. Rückbau Schadstoffreste
6. Optimierung Fluchtweggestaltung

Im Detail:

1. Dämmung der Fassade
Die Fassade wird mittels Außendämmung und neuer, vorgehängter Fassade energetisch saniert.

Fassade

2. Erneuerung Sonnenschutz
Die alten Sonnenschutzlamellen werden durch einen neuen, intelligenten und vollautomatischen Sonnenschutz ersetzt. Dieser optimiert durch Tageslichtlenkung die Nutzung der Räume tagsüber sowie durch automatische Programme auch außerhalb der Nutzung die Überhitzung der Räume. Zum Bespiel wird an einem heißen, sonnenintensiven Morgen der Schutz automatisch herunter- und bei Sturm wieder heraufgefahren.

3. Verbesserung Luftqualität:
Gute Luftqualität in Schulen steht für:
• Höheres Konzentrationsvermögen
• Höhere Lernerfolge
• Geringere Belastung der Gesundheit
• Verbesserte Arbeitsplatz-Qualität
• Verringerung der Wärmeverluste

Die Collage (pbs-Architekten) zeigt die mögliche Installation eines dezentralen Lüftungsgerätes:
Lüftungsgeräte

Vereinfacht ausgedrückt kann man sich die Wirkung wie folgt vorstellen: Ein Gerät steht für ein ständig offenes Fenster, durch das ständig Frischluft hereinkommt, durch das aber kaum Wärme verloren geht. Außerdem kann die Menge der Luft gesteuert werden.

Die Menge der fließenden Luft wird in Kubik-Metern pro Stunde angegeben, der Anteil der erhaltenen Wärme mit Prozent (Wärmerückgewinnungsgrad).

Geplante Auslegung Lüftung:
Je Klassenraum ein dezentrales Lüftungsgerät
•  mit maximal 900 m³/h und
•  einer Wärmerückgewinnung mit 85 %.

•  Im Unterrichtsmodus erzeugt das Gerät 650 m³/h und  einen Geräuschpegel von 28 dB(A).
•  Im Pausenmodus erzeugt es 900 m³/h und 35dB(A).

Zum Vergleich: 10 dB entsprechen in etwa dem Geräusch beim Atmen, 20 dB dem Ticken einer Armbanduhr, 30dB Flüstern, 45dB üblichen Nebengeräuschen einer Wohnung und 50dB Kühlschrankgeräuschen.

Einfache CO2 Regelung Lüftungsgeräte:
Das Gerät passt die Lüftungsleistung an die Luftqualität an. Gemessen wird in sog. ppm (parts per million).
•  Einschaltung: höher 550 ppm CO2
•  Abschaltung: unter 500 ppm CO2
•  Zielwert: über 60 Minuten den CO2 unter 1.000 ppm zu halten.

Zum Vergleich: Das Umwelt Bundesamt definiert Innenraumwerte unter 1000ppm als hygienisch unbedenklich (Übersicht s. u.). Außenluft mit sehr guter Qualität (gute Windverhältnisse, natürliche Umgebung) enthält 440ppm CO2.

Fenster können weiterhin nach Bedarf geöffnet werden - müssen es aber nicht.

Raumluftqualität durch Filter:
Im Unterschied zur Lüftung über geöffnete Fenster wird die Luft im Gerät vor Eintreten in den Klassenraum durch einen Filter geleitet, der Staub, Pollen und Kleinpartikel herausfängt. Diese Filter werden alle sechs Monate gewechselt.

Beispiel Umsetzung Schule Karl-Kuck-Straße:
Das Bild links zeigt die Fassade von außen, nachdem die Geräte in die Bestands-Glasfassade eingebaut wurden - erkennbar an der blauen bzw. gelben Blende. Das rechte Bild zeigt das Gerät aus dem Innenraum.

Lüfter534

Vermeidung Überhitzung:
•  Nachtlüftung: Liegt die Außentemperatur 4 °C unterhalb der Raumtemperatur (im Zeitraum 1. Juni bis 30. September) wird zwischen 3 Uhr bis 5 Uhr gelüftet.
•  Intelligenter vollständiger SonnenschutzNutzermodus: 8:00 Uhr bis 18:00 Uhr. Automatikmodus täglich von 18:00 bis 8:00 Uhr.

4. Dachsanierung
Erneuerung und Dämmung der Flachdachflächen.

Dach

5. Betonsanierung
Die Bewehrungsstähle der Sichtbetonflächen liegen teilweise frei und werden entsprechend behandelt.

betonsanierung

6. Rückbau Schadstoffreste
In den Fugen der Fassaden sind noch die bauzeittypischen sog. "PCB-Fugen" vorhanden. Diese lösen zwar gemäß Messungen in den Voruntersuchungen keine schädlichen Ausdünstungsmengen in den Innenraum aus, werden aber im Zuge der Sanierung sicherheitshalber restlos rückgebaut.

Fuge

7. Verändertes Fluchtkonzept
Das neue Konzept sieht statt vier Außentreppen nur noch eine vor. Dies wird durch neue Verbindungstüren zwischen den Klassenräumen möglich.

Schnellübersicht Ablaufplan:
Geplante Arbeitsschwerpunkte in den Jahren 2018-2020, jeweils in Oster-, Pfingst-, Sommer- und Herbstferien.

Arbeiten 2018:
2018534

Arbeiten 2019:
2019 534

Arbeiten 2020:
2020 534

Detaillierte Abläufe folgen.




Richtwerte CO2-Konzentration Umwelt Bundes Amt:
Werte

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