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Das Archivale des Monats August 2019…

  • … zeigt den damaligen Oberbürgermeister Kurt Malangré sowie Stadtkonservator und Dombaumeister Dr. Leo Hugot im Jahre 1979 bei der Einweihung des Glockenspiels und der neuen Turmspitzen des Aachener Rathauses.
  • Das im vierzehnten Jahrhundert erbaute Rathaus wurde von zwei mächtigen Türmen flankiert. Beide Türme erhielten bis zum Stadtbrand 1656 schlanke und eher einfach ausgeführte Spitzen im gotischen Stil.
  • Im Laufe der Jahrhunderte wandelte sich der Anblick des Aachener Rathauses und seiner Türme jedoch oftmals. Immer wieder waren Feuer und Zerstörung ausschlaggebend für diese Verwandlung.

Das Aachener Stadtarchiv zeigt aus seinen Magazinen regelmäßig interessante Stücke als Archivale des Monats. Das Archivale mit einem kurzen Begleittext wird entsprechend in einem Schaukasten im Foyer des Stadtarchivs am Reichsweg sowie digital auf der Homepage des Archivs präsentiert. Das Archivale des Monats August 2019 zeigt so ein Foto von Oberbürgermeister Kurt Malangré sowie Stadtkonservator und Dombaumeister Dr. Leo Hugot aus dem Jahr 1979 bei der Einweihung des Glockenspiels und der neuen Turmspitzen des Aachener Rathauses. Malangré und Hugot schlagen dabei die Glocken an und lassen sie erstmals für die Aachener Bürger erklingen.

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Oberbürgermeister Kurt Malangré sowie Stadtkonservator und Dombaumeister Dr. Leo Hugot im Jahre 1979 bei der Einweihung des Glockenspiels und der neuen Turmspitzen des Aachener Rathauses. © Stadt Aachen / Stadtarchiv

Feuer und Zerstörung
Im Laufe der Jahrhunderte hat sich der Anblick des Aachener Rathauses und seiner Türme oftmals gewandelt. Und immer wieder waren Feuer und Zerstörung ausschlaggebend für diese Verwandlung. Im vierzehnten Jahrhundert erbaut, wurde das Rathaus von zwei mächtigen Türmen flankiert. Beide Türme erhielten schlanke und eher einfach ausgeführte Spitzen im gotischen Stil, die ab diesem Zeitpunkt bis in die Mitte des 17. Jahrhunderts alle Abbildungen des Rathauses zieren.

Verheerender Stadtbrand
Als am 2. Mai 1656 mehr als 4.200 Häuser und etwa 20 Kirchen und Klöster dem verheerenden Stadtbrand zum Opfer fielen, nahm auch das Rathaus schweren Schaden: Die Dachkonstruktionen brannten völlig aus. Recht schnell wurden die Stadt und das Rathaus jedoch wieder aufgebaut. Die Türme erhielten neue Helme, die aber, nach den Strömungen der vorherrschenden Zeit, nunmehr eine barocke Ausprägung erhielten und mit ihren Zwiebelspitzen eine augenfällige Wandlung des Rathauses bedeuteten.

Wettbewerb zur Wiederherstellung
Über 200 Jahre waren nun diese Barockhelme, weithin sichtbar, markante Punkte in der Silhouette der Stadt – bis am 29. Juni 1883 erneut ein Großbrand in der Stadt Aachen das Rathaus und damit auch die beiden Türme schwer beschädigte. Wieder wurden die Dachkonstruktionen des Rathauses und der Türme vernichtet. Für die Wiederherstellung wurde nach dem Brand ein Wettbewerb ausgelobt, den Professor Georg Frentzen mit seinem Entwurf gewinnen konnte. Durch ihn erhielten die Türme ihre hohen, aber im Vergleich zum Barock eher schlichten Helme mit den jeweils vier markanten Erkern im unteren Bereich der Turmdächer und den schlank zulaufenden Spitzen. Diese Türme waren für die nächsten circa 50 Jahre prägend für das Erscheinungsbild des Rathauses.

Bombenangriffe der Alliierten
Den Ersten Weltkrieg und die anschließenden unruhigen Zeiten in Aachen überstanden die Türme nahezu unbeschadet, den Bombenangriffen der Alliierten im Zweiten Weltkrieg 1944 vermochten sie jedoch nichts entgegenzusetzen. Wieder einmal fielen die Dachkonstruktionen des Rathauses und der Türme einem Feuersturm zum Opfer. In trauriger Erinnerung geblieben ist vielen Aachenern dabei das geschmolzene Stahlkorsett des Granusturms, das in die Krämerstraße herabhing und das die gesamte Situation der Stadt und seiner Bürger anschaulich machte.

Schlichte Dächer zur Abdeckung
Nach dieser erneuten Zerstörung lag der Fokus der Stadtväter nunmehr zuerst auf der Wiederherstellung der grundlegendsten Bedürfnisse der Einwohner der Stadt, so dass die Wiederherstellung der Rathaustürme erst einmal in den Hintergrund rückte und sie provisorische, schlichte Dächer zur Abdichtung erhielten. Dieser Anblick der flachen, unscheinbaren Rathaussilhouette wurde für fast drei Jahrzehnte zur Normalität und zum Alltag der Aachener. Erst in den 1970er-Jahren wurden die Wiederherstellung des Rathauses und der Turmhelme wieder zu einem Thema in der Stadt und wieder wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben.

Die Entwürfe von Dr. Leo Hugot – Architekt, Stadtbaumeister, Dombaumeister und Stadtkonservator – fanden den Beifall des Auswahlgremiums. Seine Turmgestaltung orientierte sich an der Ausprägung der Turmspitzen im Mittelalter. Er griff in seinen Entwürfen wieder auf die gotischen Gestaltungselemente der Türme zurück, die sie auch in der ersten Phase ihrer Existenz unmittelbar nach der Fertigstellung des Rathauses prägten.

Das Rathaus erhält sein Glockenspiel
Im Jahr 1979 waren das Rathaus und die Türme, so wie wir sie heute noch kennen, endlich wieder hergestellt. Das Rathaus sollte auch sein Glockenspiel erhalten und so wurden die Glocken dieses Glockenspiels im Juli 1979 auf dem Marktplatz vor dem Rathaus ausgestellt, bis es zusammen mit den Rathaustürmen am 3./4. August 1979 im Rahmen eines großen Stadtfestes offiziell eingeweiht wurde.

Etwa 100.000 Besucher strömten dabei durch die Stadt und ein Großteil von ihnen erlebte den eigentlichen Festakt auf der Bühne vor dem Rathaus, bei dem Oberbürgermeister Kurt Malangré und Dr. Leo Hugot auch die Glocken sorgfältig inspizierten, die – je nach Größe – auf der Bühne standen oder an entsprechenden Gestellen aufgehängt waren.

Herausgegeben am 01.08.2019 von:

Stadt Aachen
Fachbereich Presse und Marketing
Bernd Büttgens
Markt 39
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