Inhalt



Römische Kastell-Mauern am Büchel entdeckt

  • Bei den Bauarbeiten für den Pilomaten-Einbau am Büchel entdeckt Stadtarchäologe Andreas Schaub bedeutende Funde aus der älteren Stadtgeschichte.
  • Eine Wehrmauer eines römischen Kastells sowie Reste mittelalterlicher Bauten des 12. bis 15. Jahrhunderts befinden sich dort auf kleinstem Raum.
  • Die Funde werden sorgfältig dokumentiert und archiviert, bevor die Straßendecke wieder geschlossen wird. Die Baumaßnahmen gehen wie geplant voran.

„Was wir hier vorgefunden haben, bringt einen großen Erkenntnisgewinn über unsere Stadtgeschichte. Die Arbeit war enorm lohnenswert.“ Stadtarchäologe Andreas Schaub ist sichtlich erfreut über die Funde, die bei den zurzeit stattfindenden Arbeiten am Büchel ans Licht kommen.

Dass man bei den Straßenbauarbeiten, die Anfang des Monats für den Einbau der Pilomaten am Zugang vom Büchel zum Markt begonnen haben, auf einen Teil römischer Wehrmauer stoßen würde, war zu erwarten. Deshalb wurde die Stadtarchäologie auch schon in der Planungsphase mit ins Boot geholt. Dass aber außerdem Reste verschiedener mittelalterlicher Bauten gefunden wurden, damit konnte nicht gerechnet werden.

Andreas Schaub hat den gesamten Prozess begleitet und eng mit der Baufirma zusammengearbeitet. Dadurch soll sichergestellt werden, dass zeitliche Verzögerungen beim Bauvorhaben verhindert werden. Die geplanten LKW-Rückhaltesperren werden auf Höhe der Häuser 2 bis 4 stehen. Insgesamt sind dort zwei hydraulisch versenkbare Poller und drei feststehende Sicherheitspoller vorgesehen.

Die gefundene Wehrmauer gehörte zu einem römischen Kastell und hat den gesamten Markthügel polygonal umschlossen. „Die Ausrichtung der Mauern lassen vermuten, dass es am Büchel schon zu römischen Zeiten einen Durchgang gegeben hat, der einen Eingang zum Kastell darstellt“, so Schaub. Datierungen von Abrissen dieser Mauer zeigten, dass sie noch zur Zeit Karls des Großen und bis 300 Jahre danach zumindest in Teilen sichtbar gestanden habe. Um 1900 wurde die Mauer beim Bau einer Kanalanlage in Richtung Markt durchschlagen.

Nördlich dieses Kanalgrabens befinden sich die archäologischen Funde, mit denen Schaub nicht gerechnet hatte: drei, sich zeitlich ablösende mittelalterliche Mauern sowie ein Ofen. Ferner wurden Reste mittelalterlicher Straßenkörper dokumentiert. „Die Informationsdichte ist ungewöhnlich hoch, wir haben es hier mit verschiedenen Bauten aus einer Zeit vom 12. bis hin zum 15. Jahrhundert zu tun“, verrät Schaub.

Der Stadtarchäologe hat noch viel zu dokumentieren, bevor die Baufirma ihre Arbeiten fortsetzt. Hierfür muss ein kleiner Teil der römischen Mauer beseitigt werden. „Der Abriss wird sehr gering sein“, sagt Schaub. „Es handelt sich um eine Mauer von fünf Metern Breite, wir würden an jeder Stelle im Umfeld etwas erwischen. An dieser Stelle können wir aber einen minimalen Eingriff garantieren, auf einem Bereich von etwa einem Meter auf 60 Zentimeter.“

Der geplante Eingriff ist mit dem Landschaftsverband Rheinland (LVR) abgestimmt, und alle Funde werden ausführlich von Andreas Schaub dokumentiert und archiviert, bevor die Straßendecke wieder geschlossen wird. Für das nähere Verständnis unserer Stadtgeschichte war die Grabung in jedem Fall ein echter Gewinn.

Herausgegeben am 12.06.2018 von:

Stadt Aachen
Fachbereich Presse und Marketing
Bernd Büttgens
Markt 39
52062 Aachen
fon: 0241/432-1309
fax: 0241/28-121
mail: presse.marketing@mail.aachen.de

Pressekontakt

Stadt Aachen
Fachbereich Presse und Marketing
Bernd Büttgens
Markt 39
52062 Aachen
Tel.: 0241/432-1309
Fax: 0241/28-121
Mail

Twitter Logo

Facebook Logo instagram Google+ Logo