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Archival des Monats Dezember 2019

  • … zeigt ein Foto des Elisenbrunnes aus dem Jahr 1965, das die Granus-Werke GmbH in Rothe Erde als Motiv der Weihnachtskarte für ihre Belegschaft verwendete und beschreibt verschiedene Weihnachtsbräuche aus dem alten Aachen.
  • Bereits die erste Erwähnung Aachens im Jahr 765 ist mit einem Weihnachtsfest verbunden: Pippin, der Vater Karls des Großen, feiert nämlich in diesem Jahr das Weihnachtsfest in Aachen.
  • Im 18. Jahrhundert wurden in Aachen rund um die Krippen die damals stark verbreiteten Krippen-Puppenspiele, so genannte „Kreppche“ aufgeführt.

Das Aachener Stadtarchiv zeigt aus seinen Magazinen regelmäßig interessante Stücke als Archival des Monats. Das Archival mit einem kurzen Begleittext wird entsprechend in einem Schaukasten im Foyer des Stadtarchivs am Reichsweg sowie digital auf der Homepage des Archivs präsentiert. Das Archival des Monats Dezember 2019 zeigt ein Foto des Elisenbrunnes aus dem Jahr 1965, das die Granus-Werke GmbH in Rothe Erde als Motiv der Weihnachtskarte für ihre Belegschaft verwendete.

Stadt Aachen
Copyright © Stadt Aachen / Stadtarchiv / Fotosammlung I bzw. Nachlass Will Hermanns, Nr. 174

Schon die erste Erwähnung Aachens im Jahr 765 ist mit einem Weihnachtsfest verbunden: Die fränkischen Reichsannalen berichten nämlich, dass Pippin, der Vater Karls des Großen, in diesem Jahr das Weihnachtsfest in Aachen feiert. Sein Sohn Karl sollte es ihm im Jahr 768 das erste Mal als fränkischer König nach tun. Er verbrachte die Weihnachtszeit von da an regelmäßig in Aachen, so wie in späteren Jahren unter anderen auch Heinrich V. (1123), Lothar (1134) und Friedrich Barbarossa (1165).

Mit zunehmender Reliquienverehrung im Mittelalter wurden auch zwei der Aachener Reliquien, die in der Marienkirche aufbewahrt werden, in ihrer Verbindung mit dem Weihnachtsfest zunehmend stärker wahrgenommen: das Kleid Mariens, das sie bei Jesu Geburt getragen haben soll, und die Windeln Jesu.

Barbarazweige blühten an Heilig Abend
Auch wenn das Weihnachtsfest in alter Zeit als Familienfest nicht den heutigen Stellenwert hatte, weil es noch nicht das „Bescherungsfest“ war, wie wir es heute kennen (das sollte es erst im Laufe des 19. Jahrhunderts werden, davor war dies eher noch der Nikolaustag), gab es doch einige Aachener Bräuche, die dem Fest in Aachen ihren Stempel aufdrückten. So war es wie auch in anderen Gegenden Volksglaube, dass ein Barbarazweig, der am liturgischen Gedenktag der heiligen Barbara, dem 4. Dezember, abgeschnitten und zu Hause in eine Vase gestellt wurde, an Heilig Abend blühte.

Krippen-Puppenspiele kritisieren die Obrigkeit
Und wenn die Aachenerinnen und Aachener irgendwann auch Weihnachtskrippen zu den Barbarazweigen gesellten, dann, weil in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts in den Aachener Kirchen, vermutlich durch Franziskaner-Mönche, erstmals Krippen in Erinnerung an den Heiligen Abend aufgestellt worden waren.

Im 18. Jahrhundert wurden rund um die Krippen die damals stark verbreiteten Krippen-Puppenspiele, so genannte „Kreppche“ aufgeführt. Das Wort „Kreppche“ wurde in dieser Zeit zum Synonym für jede Art von Weihnachtsspiel und stand auch für Spektakel und Spaß. Herrschte irgendwo ein Durcheinander, lautete der Kommentar: „Dat eß e Kreppche“. Im Jahr 1776 untersagte der Aachener Rat die Krippenspiele. Weil die Aufführungen immer mehr dazu genutzt wurden, die Obrigkeit zu kritisieren, die hierin eine Gefahr für die etablierten Verhältnisse sah, wurden sie deshalb kurzerhand verboten. So etablierten sich die „Kreppchere“ erst nach dem Ende der Französischen Zeit in Aachen wieder.

Nach „Kreppche“ und Christmesse wurde bei einem fröhlichen Essen zusammen gefeiert; gereicht wurde Leberwurst, Weiße Wurst und die so genannte „Geredschaft“, womit einzelne Teile des Schweins, wie Ohren, Schnauze und Pfoten, gemeint waren. Dazu gab es Kerschplatz, einen ursprünglich zu Ehren der heiligen Katharina gebackenen, ovalen und zimtfarbenen Kuchen, nicht größer als ein Brötchen.

In den Schulen für kleinere Kinder fand am Tag vor Weihnachten das Kerschplatz-Springen statt, das die Kinder belustigen sollte. Die brachten dazu etwas Geld mit - zum einen, um die Kosten zu bestreiten, zum anderen als Geschenk für die bei kleinen Kindern in der Regel zuständige Lehrerin. Das Kerschplatz-Springen ging so: Die Lehrerin befestigte eine Schnur im Raum, hielt das andere Ende selbst in der Hand, um die Schnur auf und ab bewegen zu können und die Kinder sprangen nach einem an der Schnur befestigten Kerschplatz.

„Jröng Chressmes, wiße Posche“
Waren die Kinder wieder zu Hause und wurden gefragt, ob es denn draußen schneie und diese das verneinten, bemerkten die Öcher ahnungsvoll: „Jröng Chressmes, wiße Posche“ (Grüne Weihnacht, weiße Ostern).

Herausgegeben am 29.11.2019 von:

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Fachbereich Presse und Marketing
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