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Städtepartnerschaft Aachen-Reims

Aachener Delegation reist nach Reims

  • Die älteste Aachener Städtepartnerschaft feiert in diesem Jahr ihr 50-jähriges Bestehen. Teil 1 der Feierlichkeiten fand Ende Januar in Aachen statt. Gegenbesuch an diesem Wochenende.
  • Festakt zur Erneuerung des Vertrages im Reimser Rathaus am Samstagmorgen. Oberbürgermeister Marcel Philipp führt die Aachener Delegation in der Partnerstadt an.
  • Hochamt am Palmsonntag in der Reimser Kathedrale Notre Dame mit dem Mädchenchor am Aachener Dom.

Festakt-AC-Reims
Unterzeichnung des Erneuerungsvertrages zur Städtepartnerschaft zwischen Aachen und Reims am 28. Januar 2017: Im Rathaus zeigten der Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp und sein Reimser Kollegen, Bürgermeister Arnaud Robinet (Mitte), den Vertrag. Ihnen zur Seite stehen (von links) der französische Generalkonsul Vincent Xavier Joseph Muller, die französische Honorarkonsulin in Aachen, Dr. Angelika Ivens sowie für die Partnerschaftskomitees Catherine Delot (Reims) und Georg Schmidt (Aachen). In Reims werden die Feiern zum Jubiläum an diesem Wochenende (7. bis 9. April) fortgesetzt. © Stadt Aachen/Andreas Herrmann

50 Jahre Städtepartnerschaft Aachen-Reims: Im Januar wurde dieses besondere Jubiläum zum Karlsfest in Aachen feierlich begangen, an diesem Wochenende (7. bis 9. April) steht nun der Gegenbesuch in Reims an. Eine Aachener Delegation, die von Oberbürgermeister Marcel Philipp angeführt wird, macht sich am morgigen Freitag auf den Weg, um drei Tage lang in der französischen Partnerstadt das 50-jährige Bestehen der Jumelage zu feiern.

Festakt im Reimser Rathaus
Zentrales Ereignis wird am Samstagmorgen der Festakt im Reimser Rathaus sein. Dort wird die Erneuerung des Partnerschaftseids Aachen-Reims gefeiert, die Oberbürgermeister werden sprechen, die europäische, die französische und die deutsche Hymne werden von 80 Kindern gesungen.

Weiterer Höhepunkt im Programm der Städtepartnerschaftsfeierlichkeiten ist ein Konzert des Mädchenchors am Aachener Dom, des Chors der Cathédrale Notre-Dame Reims und des Vokalensembles der Musikschule Reims am Samstagnachmittag im Reimser Musikschule. Eröffnet wird an diesem Nachmittag auch die Foto- Ausstellung „Impressionen Aachener Dom“, die der Aachener Fotograf Andreas Herrmann im Palais du Tau präsentiert. Zum Abschluss der Feierlichkeiten wird es am Sonntagmorgen in der Reimser Kathedrale ein festliches Hochamt geben.

Konferenz der Konrad-Adenauer-Stiftung
Zeitgleich wird in Reims an diesem Wochenende die deutsch-französische Konferenz der Konrad-Adenauer-Stiftung unter dem Titel „Lieux de Mémoire: Erinnerungsorte und die Zukunft der deutsch-französischen Freundschaft“ stattfinden. Die Jumelage Aachen-Reims ist willkommener Anlass für diese Konferenz, die Konrad-Adenauer-Stiftung, die Städte Reims und Aachen und die Europäische Stiftung Aachener Dom für Politiker, Wissenschaftler, Schriftsteller, Journalisten und Studierende ausrichten.

Im Rahmen der verschiedenen Veranstaltungen dieses Programms werden die beiden Oberbürgermeister Robinet und Philipp, der Vorsitzendes des Karlspreisdirektoriums, Dr. Jürgen Linden, und der Vorsitzende des Beirats der Europäischen Stiftung Aachener Dom, Michael Wirtz, sprechen. Die Festrede im Programm der Konrad-Adenauer-Stiftung wird Bundestagspräsident Prof. Dr. Norbert Lammert am morgigen Abend (7. April) halten.

Auftakt der Feierlichkeiten fand in Aachen statt
Die älteste Aachener Städtepartnerschaft wird in Reims die französischen und deutschen Freunde zusammenführen. Die beiden Oberbürgermeister Arnaud Robinet und Marcel Philipp hatten bei der ersten Unterzeichnung des erneuerten Städtepartnerschaftsvertrages im Januar im Krönungssaal des Aachener Rathauses in ihren Reden  die Verbundenheit und das Engagement zwischen den Bürgern der Städte als herausragende Basis für das Europa der Zukunft herausgestellt.

„Lang lebe die tiefe Freundschaft zwischen Frankreich und Deutschland, lang lebe die Städtepartnerschaft zwischen Reims und Aachen in einem Europa des Friedens und der Freiheit!“ Mit diesem Appell beendete Marcel Philipp beim Festakt in Aachen seine mit viel Applaus bedachte Rede.

Philipp stellte die aktuellen politischen Herausforderungen des geeinten Europas heraus. Der Stellenwert einer Städtepartnerschaft wie der nun gefeierten zwischen Reims und Aachen helfe, Europa stark zu halten. Die Bürgerschaften der Städte seien angesichts der Lage aufgerufen, „dafür zu kämpfen, dass die alte Vision der Gründer aufrechterhalten bleibt, alles zu tun, dass die Völker zueinander finden statt sich voneinander abzugrenzen“.

ZUR GESCHICHTE DER PARTNERSCHAFT:

Die Städtepartnerschaft zwischen Reims und Aachen wurde vor 50 Jahren am gleichen Tag im Krönungssaal  (28. Januar 1967) offiziell gestartet.  „Das Jubiläum ist wirklich golden“, sagte Philipp, „wertvoll glänzend - und in einer schnelllebigen Zeit, auch selten. Mit dieser Partnerschaft wurde etwas äußerst Kostbares begründet.“  

Philipp beschrieb zum Karlsfest in Aachen, dass die Jahre vor 1967 für Frankreich und Deutschland im Zeichen einer Annährungspolitik des damaligen französischen Präsidenten De Gaulle und des deutschen Bundeskanzlers Adenauer standen. Beide Länder hatten viele Kriege gegeneinander geführt. De Gaulle wie Adenauer strebten nach Frieden, nach guter Nachbarschaft, nach einem Bruch mit der verhängnisvollen Geschichte.

Beziehungsreich: Reims und Aachen

In Reims hatte es 1962 einen symbolischen Höhepunkt des Willens zur Aussöhnung gegeben, als die beiden Politiker in der Kathedrale an einer Messe teilnahmen und das „Te Deum“ von Charpentier hörten. Das Treffen in der Kathedrale war die Grundlage für den Élysée-Vertrag, mit dem Deutschland und Frankreich am 22. Januar 1963 wieder näher zusammenrückten. Mitte der 60er Jahre war es der sehnliche Wunsch vieler Europäer, den Frieden auf unserem Kontinent zu sichern. Zwischen Veteranenverbänden aus Reims und Aachen bestanden bereits seit Ende des Zweiten Weltkrieges Kontakte. Es gab schon vor der offiziellen Städtepartnerschaft private Beziehungen des Aachener Domchors, der mehrere Konzerte in Reims veranstaltet hatte.

Doch trotz des Abschlusses des deutsch-französischen Vertrages, der ausdrücklich zum Eingehen von deutsch-französischen Städtepartnerschaften ermutigte, dauerte es noch eine ganze Weile, ehe in beiden Städten eine Bereitschaft zur offiziellen Städteverbindung gegeben war. Offensichtlich musste in einem doch langwierigeren Prozess sehr vieles nach und nach abgearbeitet werden.

Dabei hatten beide Städte ein Potenzial aus historischen Bezügen zur Verfügung. Reims wie Aachen waren über Jahrhunderte Krönungsstädte, Ludwig der Fromme feierte sogar Krönungszeremonien in beiden Städten. Da sich auch das französische Königtum auf Karl den Großen bezog, sandte der in Reims neugekrönte König dem Aachener Marienstift nach jeder Krönung ein Prunktuch als Geschenk und dem Rat der Stadt eine Urkunde über die erfolgte Krönung. In Aachen wiederum wurden Exequien für den verstorbenen französischen König gefeiert.  

Die Oberbürgermeister Hermann Heusch und Jean Taittinger hatten bei der Unterzeichnung der Urkunde am 28. Januar 1967 in Aachen betont, dass die Partnerschaft nicht den Zweck habe, nur die Offiziellen zusammenzuführen, sondern breite Schichten an den Austauschaktivitäten zu beteiligen. Und dies geschah sehr rasch. Schulen und Vereine, Kulturgruppen und Chöre, Institutionen und die Hochschulen entwickelten ein reges Austauschprogramm.

Philipp brachte es in seiner Rede so auf den Punkt: „Man war neugierig aufeinander, wollte wissen, wie die Menschen in der Partnerstadt leben. So lernten die Aachener französische Lebensweise kennen, die Reimser probierten gut-bürgerliche deutsche Küche, bei Besuchen wurden Printenkisten und Champagnerflaschen getauscht. Aus Annäherung wurde Kennenlernen, aus Kennenlernen erwuchs Vertrautheit, das wiederum Vertrauen schuf und sich zu einer tiefen Freundschaft entwickelte.“

Tatsächlich wurde in einigen Fällen aus Freundschaft sogar tiefe und treue Liebe, denn es gibt etliche Ehen, die zwischen Reimsern und Aachener in den 50 Jahren geschlossen wurden.

DIE URKUNDE VON 1967:

Der Text der Urkunde, die der damalige Reimser Bürgermeister Jean Taittinger und sein Aachener Amtskollege, Oberbürgermeister Hermann Heusch, am 28. Januar 1967 im Krönungssaal des Aachener Rathauses unterzeichneten, geht so:

„Getragen von dem Wunsch, Bande der Freundschaft und des gegenseitigen Verständnisses zu knüpfen, und geleitet von dem Willen, diese Verbindung durch eine gemeinsame Erklärung zu besiegeln, verkünden die Städte Aachen und Reims ihre Verschwisterung.

Sie wissen und sind überzeugt davon, dass diese Verbindung einen Beitrag zu dem gemeinsamen Bestreben beider Völker darstellt, zu einer beständigen Annäherung zu gelangen.

Aachen, die Bischofsstadt, wo die Abgesandten der Völker dem großen Karl als abendländischem Kaiser huldigten, wo die Erinnerung an ihn auch heute noch lebendig ist.

Reims, die Krönungsstadt der Könige, Geburtsstätte christlichen Glaubens in Westeuropa,

sehen ihren Weg in die Zukunft vorgezeichnet durch ihr gleiches Schicksal in vergangenen Zeiten und ihre geistigen Grundlagen, die sie durch kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Austausch zum Ziel der erstrebten beiderseitigen Annäherung führen sollen.

Wir, Hermann Heusch, Oberbürgermeister der Stadt Aachen,

Jean Taittinger, Deputierter und Bürgermeister der Stadt Reims,

haben diese Partnerschaft heute, am 28. Januar 1967, dem Feste Karls des Großen, im Krönungssaal des Aachener Rathauses unterzeichnet.

DER NEUE VERTRAG

Am 28. Januar 2017 unterzeichneten Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp und der Reimser Bürgermeister Arnaud Robinet eine Erneuerung des Städtepartnerschaftsvertrages. Der Text:

„Beide Städte wollen in der Verantwortung vor der Geschichte einen Beitrag leisten zum Frieden und zur Freiheit in Europa, zur Demokratie in unseren Ländern und zum Fortschritt der Gesellschaft. Sie wollen vor allem eine aktive und fördernde Rolle im Integrationsprozess wahrnehmen, bilaterale Projekte ihrer Bildungseinrichtungen, Verbände und Vereine auf den Gebieten der Kultur, des Sports, des Sozialen und der Jugendpolitik stärken und wirksame Beiträge zur Verständigung zwischen den Menschen in Europa leisten, indem sie die Bürger beider Städte einander näherbringen.

Schon heute wird die Städtepartnerschaft aktiv gestaltet. Sie ist in vielen unterschiedlichen Formen der Zusammenarbeit und der Begegnungen lebendig und hat zahlreiche langjährige Freundschaften bewirkt. In ihren vielfältigen Aktivitäten richtet sie sich vor allem an junge Menschen beider Städte, lädt sie ein mitzumachen, ihre Verantwortung für den Prozess des Miteinanders zu übernehmen und durch Austausch von Wissen, Erfahrung und Ansichten die Verständigung zu verbessern, die Beziehung zwischen Frankreich und Deutschland zu intensivieren und die Entwicklung Europas positiv zu beeinflussen.

Die Städtepartnerschaft zwischen Reims und Aachen will die Bürgerinnen und Bürger ermutigen, im Respekt voreinander eigene Wege zu finden.

Lang lebe die Freundschaft zwischen Aachen und Reims.“

Herausgegeben am 06.04.2017 von:

Stadt Aachen
Fachbereich Presse und Marketing
Bernd Büttgens
Markt 39
52062 Aachen
fon: 0241/432-1309
fax: 0241/28-121
mail: presse.marketing@mail.aachen.de

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