Arbeitsmarkt Aachen: Situation am Ausbildungsmarkt noch ausgeglichen
Die Agentur für Arbeit Aachen verzeichnet bei den gemeldeten Ausbildungsstellen einen minimalen Zuwachs von 0,1 %. Im Zeitraum vom 1. Oktober 2009 bis zum 30. September 2010 wurden mit 4.197 Ausbildungsstellen vier mehr registriert als im Vorjahreszeitraum. Dies zeigt, die weiterhin hohe Ausbildungsbereitschaft der Betriebe im Agenturbezirk Aachen.
Auf der Nachfrageseite haben sich 4.336 Jugendliche bei der Agentur für Arbeit als Bewerber/-innen für eine betriebliche Ausbildungsstelle gemeldet, 14 oder 0,3 Prozent weniger als im Vorjahreszeitraum. Nachdem sich in 2006 noch 6.106 Bewerber/-innen gemeldet hatten, ist die Nachfrage im vierten Jahr in Folge gesunken. Gründe liegen unter anderem in der Entwicklung der Schulentlasszahlen.
Während die rein rechnerische Lücke zwischen gemeldeten Bewerbern und gemeldeten Ausbildungsstellen in 2006 noch bei 1.630 lag, hat sie sich in diesem Jahr mit 139 gegenüber dem Vorjahr (157) nochmals verbessert. Die Zahlen der gemeldeten Ausbildungsstellen und der Bewerber/-innen signalisieren, dass die Situation auf dem Ausbildungsmarkt insgesamt rechnerisch gesehen ausgeglichen ist.
Die Entwicklung in den Teilregionen des Agenturbezirkes vollzog sich uneinheitlich. Positiv fällt der Zuwachs bei den gemeldeten Ausbildungsstellen in den Bereichen Erkelenz (+20,4%), Eschweiler (+26,2%), Geilenkirchen (+19,5%), Heinsberg (+12,2%), und Stolberg (+12,3%) auf; zu dem ausgeglichenen Gesamtergebnis hat die Entwicklung in den Bereichen Stadt Aachen (-10,2%), Alsdorf (-8,9%), und Monschau (-8,9%) beigetragen.
Rückgänge bei den gemeldeten Ausbildungsstellen haben sich insbesondere bei den Malern- und Lackierern (-12,1%), bei den Metallberufen sowie bei den technischen Berufen ergeben; so lag das Minus gegenüber dem Vorjahr bei den technischen Berufen bei 21,1%, bei den Mechanikern bei 8,2% und bei den Schlossern bei 14,0%. Allerdings folgte die Nachfrage zum Teil dem gesunkenen Angebot an Bewerbern.
Einen starken Zuwachs an Ausbildungsstellen gab es im Gesundheitsbereich. Hier ging eine Steigerung des Ausbildungsplatzangebotes um 19% auf 276 Stellen einher mit einer Steigerung der Bewerberzahlen um 15,2 Prozent auf 333 Personen.
Auf der Bewerberseite tragen besonders die Rückgänge in Heinsberg (-87 bzw. -15,7%) und in Erkelenz (-64 bzw. -8,0%) zum Gesamtergebnis bei. Auf einen Bewerber kamen in diesem Jahr rechnerisch 0,97 Ausbildungsstellen (Vorjahr 0,96). Am 30. September waren von den gemeldeten Ausbildungsstellen noch 101 (Vorjahr 72) unbesetzt. Hier handelt es sich vor allem um spät oder erneut gemeldete Ausbildungsstellen, bei denen das Besetzungsverfahren noch nicht abzuschließen war. Es sind aber auch Ausbildungsstellen darunter, für die aktuell kein geeigneter Bewerber mehr vorgeschlagen werden konnte.
Von den gemeldeten Bewerber/-innen waren am 30. September noch 25 (Vorjahr 44) unversorgt. Alternativ zu einer betrieblichen Ausbildung haben sich zahlreiche Jugendliche für einen weiteren Schulbesuch oder für ein Studium entschieden. Zum anderen konnte fast allen Bewerber/-innen, die noch keine Ausbildungsstelle gefunden hatten, ein Angebot für einen Einstieg in die berufliche Ausbildung unterbreitet werden. Möglichkeiten reichen von einer geförderten Ausbildung über einen berufsvorbereitenden Lehrgang bis zu einer Einstiegsqualifizierung.
Im Zuge der weiteren Nachvermittlung gehen im Rahmen des Ausbildungskonsenses die Bemühungen unvermindert weiter, die noch offenen Ausbildungsstellen zu besetzen und die noch unversorgten Jugendlichen in eine Ausbildung zu bringen. Daher sollten diese Jugendlichen den Kontakt mit der Agentur für Arbeit unbedingt halten, wenn sie nach wie vor eine Ausbildung noch in diesem Jahr beginnen wollen.
Durch den demografischen Wandel wird sich der Altersdurchschnitt der Beschäftigten in den nächsten Jahren drastisch erhöhen und Nachwuchs dringend benötigt.
„Um den Bedarf an qualifizierten Fachkräften in der Zukunft decken zu können, müssen alle Ressourcen ausgeschöpft werden“, so Gabriele Hilger, Leiterin der Aachener Arbeitsagentur. „Daher ist es notwendig, gemeinsam mit den beteiligten Akteuren am Arbeitsmarkt, alle Anstrengungen zu unternehmen, auch die jungen Menschen in das Arbeitsleben zu integrieren, die es schwerer haben, einen Ausbildungsplatz zu bekommen“.
