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Das Archivale des Monats Mai 2021 ….

  • … zeigt einen Postkarten-Entwurf von Bert Heller zum Ocher Schängche, der das Marktweib Tant Hatzor mit einer Käuferin und einem Jungen vor dem Hintergrund des Aachener Rathauses abbildet.
  • Das Puppentheater wurde am 4. Mai 1921 mit dem noch heute jeweils zur Spielzeiteröffnung gezeigten Stück „Der Teufel in Aachen oder Et Schängche köllt der Krippekratz“ im Saal der Gaststätte „Zur Maus“ in der Hartmannstrasse eröffnet.
  • Der Gründer der Stadtpuppenbühne Will Hermanns begann Anfang der 1930er Jahre eine Zusammenarbeit mit dem Maler Bert Heller, der einige seiner Publikationen illustrierte. Gemeinsam entwarfen Hermanns und Heller Postkarten mit direktem Bezug zu den Figuren des Öcher Schängche. Diese blieben jedoch unveröffentlicht.


Archivale Mai_420
Copyright: Stadtarchiv Aachen

Das Aachener Stadtarchiv zeigt aus seinen Magazinen regelmäßig interessante Stücke als Archivale des Monats. Das Stück mit einem kurzen Begleittext wird in einem Schaukasten im Foyer des Stadtarchivs am Reichsweg sowie digital auf der Homepage des Archivs präsentiert. Das Archivale des Monats Mai 2021 zeigt einen Postkarten-Entwurf von Bert Heller zum Ocher Schängche, der das Marktweib Tant Hatzor mit einer Käuferin und einem Jungen vor dem Hintergrund des Aachener Rathauses zeigt.

Vor genau 100 Jahren gründeten der Aachener Mundartdichter und Zeitungswissenschaftler Will Hermanns, der Bildhauer Alfred Pieper, der Kunstmaler Willi Kohl, der Dekorateur Hein Lentzen und der Ingenieur Joseph Lausberg gemeinsam die „Aachener Marionettenspiele“, die heutige Stadtpuppenbühne Öcher Schängche. Als Hauptinitiator schrieb Will Hermanns (1885-1958) die ersten Theaterstücke für die neue Bühne und kreierte damit die bis heute maßgeblichen Hauptfiguren: das alterslose, gewitzte Schängche, seine Freundin et Jretche, die als rabiates, großmäuliges und schimpfwütiges Marktweib mit gutem Kern agierende Tant Hatzor, die Freunde Nieres und Veries wie auch den Polizisten Noppeney und nicht zuletzt den Teufel Krippekratz.

Das Herzenskind von Will Hermanns

Mit dem noch heute jeweils zur Spielzeiteröffnung gezeigten Stück „Der Teufel in Aachen oder Et Schängche köllt der Krippekratz“ wurde das Puppentheater am 4. Mai 1921 in der Hartmannstrasse im Saal der Gaststätte „Zur Maus“ eröffnet. Bei der Bevölkerung fand es sofort großen Anklang. Im Laufe der Jahrzehnte erlebte das Öcher Schängche, wie die Bühne bald hieß, unterschiedlichste Höhen und Tiefen, wobei auch die leitenden Personen immer mal wechselten. Die Bühne blieb jedoch stets ein Herzenskind von Will Hermanns.

Zusammenarbeit mit dem Maler Bert Heller

Hermanns, der unter anderem zahlreiche Mundart-Bücher veröffentlichte, begann Anfang der 1930er Jahre eine Zusammenarbeit mit dem Maler Bert Heller (1912-1970), der einige seiner Publikationen illustrierte. Als die Bühne im September 1942 in den Saal im Mittelstandshaus in der Wirichsbongardstraße umzog, ließ er von Heller diesen Saal passend ausmalen. Bert Heller, geboren und aufgewachsen in Aachen und nächster Umgebung, hatte von 1927 bis 1930an der Kunstgewerbeschule Aachen studiert und sich dann in Laurensberg als freischaffender Künstler niedergelassen. Sein Geld verdiente er zu dieser Zeit vor allem mit Gebrauchsgrafik wie Warenhausschildern, Kinoreklamen und Illustrationen. Ab 1940 absolvierte er ein zusätzliches Studium an der Kunstakademie in München.

Zu einem nicht näher bekannten Zeitpunkt in den 1930er Jahren entwarfen Hermanns und Heller gemeinsam einige Postkarten mit direktem Bezug zu den Figuren des Öcher Schängche. Diese blieben jedoch unveröffentlicht. Aus Anlass des Jubiläums des Öcher Schängches präsentiert das Stadtarchiv Aachen aus dem Nachlass Will Hermanns jedoch einen dieser Postkarten-Entwürfe. Die zart aquarellierte Zeichnung von Bert Heller zeigt das Marktweib Tant Hatzor mit einer Käuferin und einem Jungen, im Hintergrund das Aachener Rathaus.

Darunter ist von der Hand von Will Hermanns der Text gesetzt:

 

„Wat? Ming Schavoue sönd net jot?

Madämmche, kaucht Üch Ühre Hot!

Do sönd noch Vitamine dren,

Sue wohr ich de Tant Hatzor ben!“ WH“

 

Übersetzt heißt der Text „Was? Meine Wirsingkohlköpfe sind nicht gut? Verehrte Dame, kochen Sie doch Ihren Hut! Da sind noch Vitamine drin, so wahr, wie ich die Tant Hatzor bin!“

Mit der Ausstellung dieser Zeichnung von Bert Heller gratuliert das Stadtarchiv Aachen dem Öcher Schängche zum 100. Jubiläum.

 

Herausgegeben am 28.04.2021 von:

Stadt Aachen
Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing
Dr. Jutta Bacher
Markt 39, 52058 Aachen
Tel.: +49 241 432-1309
Fax: +49 241 28121
presse.marketing@mail.aachen.de

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