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Das Archivale des Monats April 2021 ….

  • … zeigt das Titelblatt der „Rheinischen Flora“ vom 28. April 1825 mit dem Frühlingsgedicht „Die Rose und der Schmetterling“ von Georg Graf von Blankensee.
  • Nachdem Anfang der 1820er-Jahre erste vielversprechendere Publikation in Aachen vorgelegt wurden, gründeten die Herausgeber des Stadt-Aachener Anzeigers und des Unterhaltungs- und Literaturblatts, M. Urlichs und A. J. Cremer, die „Rheinische Flora“ am 1. Januar 1825 als belletristische Zeitschrift.
  • In den kommenden zwei Jahren publizierten hier namhafte Autoren wie Heinrich Heine und August Wilhelm Schlegel, bevor die Zeitschrift bereits 1827 eingestellt wurde.

Das Aachener Stadtarchiv zeigt aus seinen Magazinen regelmäßig interessante Stücke als Archivale des Monats. Das Stück mit einem kurzen Begleittext wird in einem Schaukasten im Foyer des Stadtarchivs am Reichsweg sowie digital auf der Homepage des Archivs präsentiert. Das Archivale des Monats April 2021 zeigt das Titelblatt der „Rheinischen Flora“ vom 28. April 1825 mit dem Frühlingsgedicht „Die Rose und der Schmetterling“ von Georg Graf von Blankensee.

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Quelle: Stadtarchiv Aachen, Archivbibliothek, CZ 85

Kurze Existenz

In der Bibliothek des Stadtarchivs werden unter anderem Zeitschriften aufbewahrt, die in Aachen erschienen sind, sich bestimmten Aspekten des kulturellen Lebens widmeten, hin und wieder durchaus überregionale Bedeutung erlangten und oft auch nur für kurze Zeit existierten. Ein Beispiel hierfür ist die Zeitschrift „Rheinische Flora, Blätter für Kunst, Leben, Wissen und Verkehr“. Die „Flora“, die erstmals am 1. Januar 1825 mit einer Probenummer erschien, ist heute weitgehend in Vergessenheit geraten; sie ist neben dem Stadtarchiv nur noch in sieben anderen deutschen Bibliotheken nachweisbar, unter anderem in der Stadtbibliothek.

Hoffnungsstreifen am literarischen Horizont

Die „Rheinische Flora“ hatte in der regionalen Geschichtsschreibung zunächst durchaus Aufmerksamkeit erregt, war dann aber weitgehend in Vergessenheit geraten. Im dritten Band der Zeitschrift des Aachener Geschichtsvereins von 1881 setzte sich Alfred von Reumont jedoch intensiv mit dem Blatt auseinander, indem er es als Hoffnungsstreifen an einem in literarischer Hinsicht von ihm sehr trüb gezeichneten Aachener Horizont beschrieb.

Nachdem Anfang der 1820er-Jahre erste vielversprechendere Publikation in Aachen vorgelegt wurden, gründeten die Herausgeber des Stadt-Aachener Anzeigers und des Unterhaltungs- und Literaturblatts, M. Urlichs und A. J. Cremer, die „Rheinische Flora“ als belletristische Zeitschrift. Als Herausgeber engagierten sie Johann Baptist Rousseau (1802-1867).

Rousseau, 1802 in Bonn geboren, kam aus ärmlichen Verhältnissen, sein Vater war Stubenmaler. Durch die finanzielle Unterstützung eines reichen Onkels wurde ihm 1820 ein Studium der Philologie an der Rheinischen Hochschule Bonn ermöglicht. Doch bereits 1821 musste er aus finanziellen Gründen sein Studium abbrechen, er verdiente seinen Lebensunterhalt nun unter anderem in Köln als Hauslehrer. Auch war er als Herausgeber anderer Literaturzeitschriften, zum Beispiel des Westdeutschen Musenalmanachs, tätig. Durch Rousseaus Freundschaft mit Wilhelm Smets (1796-1848) wurden die beiden Verleger auf Rousseau aufmerksam und stellten ihn ein.

Namhafte Autoren

Die „Rheinische Flora“ veröffentlichte Lyrik und Erzählungen, Theaterkritiken, biographische Skizzen und Miszellen und vermittelte den interessierten Bürger*innen so die verschiedenen Facetten des literarischen Lebens. In der Rheinischen Flora veröffentlichten namhafte Autoren – unter anderem Heinrich Heine, Wilhelm Oertel, August Wilhelm Schlegel, Wilhelm Smets, Friedrich Arnold Steinmann, Adelheid von Stolterfoth und Jodocus Donatus Hubertus Temme.

Abonnement zu jährlich vier Talern

Die „Rheinische Flora“ erschien viermal, ab 1827 dann dreimal die Woche (mittwochs, freitags, sonntags), zum Teil mit Beilagen, und war im Abonnement zu jährlich vier Talern erhältlich. Eine Ausgabe, in Halbbogengröße, hatte vier Seiten, dazu kam dann gegebenenfalls noch ein Blatt Beilage. Die Beilagen brachten mehr weltliche Themen: es gab hier Beiträge zum Wetter, zu laufenden Aachener Gerichtsverfahren oder auch Ankündigungen.

Im Stadtarchiv befindet sich die „Rheinische Flora“ vollständig; allein im ersten Jahrgang aus dem Jahr 1825 gibt es einzelne Lücken. Ende März 1827 erschien die letzte Ausgabe der „Flora“, das Blatt wurde nach dem Weggang Rousseaus in Richtung Hamm im Dezember 1826 noch etwa ein Vierteljahr weiter betrieben und dann eingestellt. Die Zeitschrift existierte somit nur etwas mehr als zwei Jahre.

Herausgegeben am 31.03.2021 von:

Stadt Aachen
Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing
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