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Aachen sagt nein zu Gewalt an Frauen

 

  • Aachen leuchtet am 25. November wieder orange, um das Thema „Gewalt gegen Frauen“ ins Bewusstsein zu rücken. Und der Zonta-Club Aachen ruft auch in diesem Jahr zur Mitwirkung an der weltweiten Aktion „Orange the world“ auf.
  • Gewalt gegen Frauen ist häufig häusliche Gewalt, die während der Corona-Pandemie stärker in den Fokus gerückt ist. Gleichzeitig verzeichnet die aktuelle Statistik auch steigende Fallzahlen.
  • Wir müssen die Gewaltdelikte gegen Frauen beim Namen nennen und gemeinsam gegen die Strukturen arbeiten, die Gewalt entstehen lassen,“ fordert Sabine Bausch, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aachen.

Aachen leuchtet am 25. November wieder orange, um das Thema „Gewalt gegen Frauen“ ins Bewusstsein zu rücken. Und der Zonta-Club Aachen ruft auch in diesem Jahr zur Mitwirkung an der weltweiten Aktion „Orange the world“ auf. Zentrale Aachener Gebäude wie das Rathaus, der Elisenbrunnen, die Citykirche, die Domschatzkammer werden an diesem Tag orange leuchten.

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(v.l.n.r.) Stefanie Müller, Jana Schneider, Lea Urban und Sabine Bausch (Gleichstellungsbüro der Stadt Aachen) sowie Elisabeth Auchter-Mainz und Walburga Haueis-Liegl (Zonta-Club Aachen). © Stadt Aachen

Häusliche Gewalt im Fokus

Gewalt gegen Frauen ist häufig häusliche Gewalt, die während der Corona-Pandemie stärker in den Fokus gerückt ist. Gleichzeitig verzeichnet die aktuelle Statistik auch steigende Fallzahlen. Elisabeth Auchter-Mainz, Präsidentin des Aachener Zonta Clubs und Opferschutzbeauftragte NRW, stellt alarmierende Zahlen aus der Kriminalstatistik vor: „In Deutschland stirbt nach wie vor jeden zweiten bis dritten Tag eine Frau an den Folgen häuslicher Gewalt. Im letzten Jahr gab es in NRW 29.155 Fälle von häuslicher Gewalt - das sind 7.7 Prozent mehr registrierte Fälle als 2019. Die Zahl der Tötungen, der sexuellen Nötigung und Vergewaltigungen sind angestiegen. Das sind alarmierende Zahlen. Wir dürfen hier nicht lockerlassen“.

„Häufig werden diese Gewalttaten und „Femizide“, und nichts anderes sind Morde an Frauen innerhalb von Partnerschaften, als Beziehungstat oder Familientragödie verharmlosend dargestellt. Wir müssen die Gewaltdelikte gegen Frauen beim Namen nennen und gemeinsam gegen die Strukturen arbeiten, die Gewalt entstehen lassen,“ fordert Sabine Bausch, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aachen.

Zur Info: Aktuell werden in der deutschen Rechtsprechung Tötungsdelikte, die nach einer Trennung an der (Ex-)Partnerin begangen werden, mitunter nicht als Mord gewertet, wenn die Trennung vom Opfer ausging und der Täter die Frau nicht verlieren wollte. Dies widerspricht der Istanbul-Konvention.

Petition zur Umsetzung der Istanbul Konvention

Mit einem dringenden Appell an die neue Bundesregierung startet die Union deutscher Zonta Clubs ihre diesjährigen bundesweiten Aktionen anlässlich des Internationalen Tags zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen am 25. November mit einer Petition. Diese fordert eine ressortübergreifende, staatliche Koordination zur konsequenten Umsetzung der Istanbul Konvention. Damit reagiert Zonta auch auf Erfahrungen von häuslicher Gewalt Betroffener, die auf gefährliche Lücken in der Anwendung des rechtsverbindlichen Regelwerks hinweisen. Walburga Haueis-Liegl, Zonta-Club Aachen, wirbt für die Unterzeichnung der Petition: „Schließen Sie sich unserem Appell an, indem Sie die Petition unterstützen. Wir benötigen eine koordinierte Gewaltschutzstrategie, um Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen.“ 

Die Aktion „Orange your City" am 25. November in Aachen wird in enger Zusammenarbeit von Sabine Bausch, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Aachen, sowie von Elisabeth Auchter-Mainz und Walburga Haueis-Liegl vom Zonta Club Aachen organisiert.

Geplant war am Abend des 25. November eine Veranstaltung im Krönungssaal des Aachener Rathauses mit hochrangigen Vertreter*innen aus Politik und Verwaltung, die nun wegen der aktuellen Situation abgesagt wird. „Die Stadt Aachen muss hier mit gutem Vorbild vorangehen. Nicht absolut notwendige Veranstaltungen können aufgrund der sich zuspitzenden Coronalage nicht durchgeführt werden. Wir bedauern die Absage sehr, aber sind zuversichtlich, dass wir im kommenden Jahr eine ähnliche Veranstaltung wiederholen können,“ so Sibylle Keupen, Oberbürgermeisterin der Stadt Aachen.

Appell zum Mitmachen

Umso eindringlicher der Appel zum Mitmachen bei der Aktion „Orange your City“. Jedes Jahr machen mehr Geschäfte und Einrichtungen mit; auch die Stadtteilbüros in Aachen-Ost/ Rothe Erde, Kullen und Kronenberg, Preuswald, sowie Forst/Driescher Hof sind wieder mit dabei und schließen sich dem Aufruf an. Sie werden ihre Eingangsbereiche an diesem Tag ebenfalls orange beleuchten und entsprechendes Infomaterial ausgeben. „Je mehr Menschen mitmachen, desto stärker das Signal! Daher bieten wir für Ihre Einrichtung, Ihr Geschäft oder Ihr Zuhause im jeweiligen Stadtteilbüro orangefarbenes Transparentpapier zur Verwendung an den eigenen Fenstern an. Sie können das Papier kostenlos in unseren Stadtteilbüros abholen,“ ermutigt Myriam Rawak, Teamleiterin des städtischen Quartiersmanagements.

Auch die Aachener Beratungsinstitutionen schließen sich der Kampagne „Orange your City“ an, um auf das Recht auf ein gewaltfreies Leben aufmerksam zu machen und die politisch Verantwortlichen aufzufordern, diesem wichtigen Themenfeld mehr Bedeutung zuzumessen:

Hülya Gökgöz-Corsten, SKF Aachen: „Durch die Aktion „Orange your City“ unterstützen der Zonta-Club Aachen und das Gleichstellungsbüro der Stadt Aachen unsere Arbeit und setzen somit ein Zeichen, dass Gewalt gegen Frauen und Kinder keine Privatangelegenheit sein darf.“

Angelika Gey, Frauen helfen Frauen e.V.: "Physische und psychische Gewalt in Beziehungen verletzt die Betroffenen in ihren ganz grundlegenden Rechten und Bedürfnissen. Das eigene Zuhause, wo Menschen Geborgenheit, Ruhe und Schutz finden sollten, ist für Frauen weltweit der gefährlichste Ort überhaupt."

Agnes Zilligen, Geschäftsführerin RückHalt e.V. - Beratungsstelle gegen sexuelle Gewalt weist auf die finanzielle Ausstattung von Beratung hin: „Es braucht deutlich mehr öffentliche Finanzierung, damit die Hilfe und Unterstützung für von sexualisierter Gewalt betroffene Frauen und Mädchen all denen zugutekommen kann, die sie benötigen!"

Renate Wallraff, Diakonie, ergänzt: „Von häuslicher Gewalt betroffene Frauen sollen einen Rechtsanspruch auf einen Frauenhausplatz erhalten, gleichgültig von ihrer finanziellen und aufenthaltsrechtlichen Situation.“

Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen kennt die Problematik der Beratungsinstitutionen noch aus ihrer Zeit als Vorsitzende des Frauennetzwerks Städteregion Aachen: „Beratungseinrichtungen benötigen weiterhin bedarfsgerechte strukturelle Unterstützung, um hier vor Ort von Gewalt betroffenen Personen helfen zu können. Prävention und Gewaltschutz müssen gut abgestimmt ineinandergreifen.“

Mehr Informationen zur Aktion auf www.zonta-club-aachen.de

Link zur Petition: https://t1p.de/Zonta-Petition-2021

Kontaktdaten der Beratungsstellen: www.aachen.de

Stadtteilbüros: www.aachen.de/quartierstermine

 

 

 

 

Herausgegeben am 22.11.2021 von:

Stadt Aachen
Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing
Dr. Jutta Bacher
Markt 39, 52058 Aachen
Tel.: +49 241 432-1309
Fax: +49 241 28121
presse.marketing@mail.aachen.de

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