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Welsche Mühle in Haaren: Neues Mühlrad sorgt für Schwung

  • Viele Schaulustige verfolgen die Anlieferung und die Montage. Mit einem Kran werden das 1,4 Tonnen schwere Rad und die 1,7 Tonnen schwere Schwelle an Ort und Stelle manövriert.
  • Gebäudemanagement der Stadt und Bezirksamt Haaren freuen sich gemeinsam mit den Bürger*innen vor Ort, dass das historische Ensemble damit wieder komplett und die Mühle einsatzfähig ist.
  • Ehrenamtler bereiten sich auf den Mühlentag am 12. September vor, an dem das erste Mal seit vielen Jahren wieder original Haarener Mehl gemahlen werden soll.

Viele Schaulustige und jede Menge glückliche Gesichter gab es an der Welschen Mühle in Haaren: Eine Spezialfirma aus den Niederlanden hat am Donnerstag (22. Juli) ein neues Mühlrad für das historische Kleinod im Haarbachtal geliefert. Experten montieren das Rad inklusive einer neuen Welle und der Zulaufrinne bis zum Wochenende. Dann endlich heißt es wieder „Wasser marsch!“.

Foto: Stadt AachenHingucker: Mit einem großen Kran hat eine niederländische Spezialfirma das Rad an die Welsche Mühleplatziert und anschließend montiert. Fotos: Stadt Aachen / Stefan Herrmann

Neuerrichtung kostet 70.000 Euro

„Wir sind froh, mit dem Rad das historische Ensemble der Mühle nun wieder zu komplettieren“, sagt Engelbert Chaumet vom Gebäudemanagement der Stadt Aachen. Seit 2016 befand sich das alte Mühlrad außer Betrieb. Wasser und Witterung hatten sowohl dem Rad als auch der Welle arg zugesetzt. Das neue Mühlrad hat einen Durchmesser von 3,60 Meter und wiegt 1,4 Tonnen. Der Baumstamm, der für die fünf Meter lange und sogar 1,7 Tonnen schwere Welle benötigt wurde, misst stolze 60 Zentimeter im Durchmesser. Mit einem Kran wurde die Konstruktion am Morgen an Ort und Stelle gehievt. Sehr zur Freude auch vom Haarener Bezirksamtsleiter Ron-Roger Breuer, der gemeinsam mit Bezirksbürgermeister Daniel Hecker die Arbeiter vor Ort besuchte. „Auf diesen Tag haben viele Menschen in Haaren seit Jahren gewartet“, berichtete Breuer. Immer wieder habe es Fragen gegeben, wann das neue Mühlrad komme. Regelmäßig wurden auch die Bezirkspolitiker über den Sachstand des Projekts informiert. „Nun ist das Mühlrad endlich da und wir sind froh, wenn es sich schon in wenigen Tagen wieder dreht und das Wasser über die Schaufeln plätschert“, sagte Breuer weiter. Die Kosten für die Neuerrichtung der Anlage belaufen sich auf rund 70.000 Euro.

Foto: Stadt AachenGroße Freude in Haaren über das neue Mühlrad: Bezirksbürgermeister Daniel Hecker (r.) und Bezirksamtsleiter Ron-Roger Breuer.

Pumpe liefert Wasser aus dem Haarbach 

Über eine Pumpe wird das Wasser künftig wieder aus dem Haarbach in den oberen Mühlteich befördert. Von dort läuft es dann tagsüber – in der Nacht bleibt das Mühlrad zum Schutz der Nachtruhe ausgeschaltet – über Zulaufrinne und Rad in den darunter gelegenen Graben und wird von dort zurück in den Haarbach geleitet.

Dem Heimatverein Haaren/Verlautenheide war es ein besonderes Anliegen, die Welsche Mühle mit einem neuen Rad wieder einsatzfähig zu bekommen. In ehrenamtlicher Arbeit wird nun in Kürze auch das Mahlwerk im Gebäudeinnern wieder komplett in Schuss gebracht, wie Geschäftsführer Franz-Josef Heuser berichtete. „Dann können wir mit unserem Mühlenteam bald wieder Mehl hier in Haaren mahlen“, so Heuser weiter. Zum Haarener Mühlenfest am 12. September im Rahmen des bundesweiten Tages des offenen Denkmals soll dies geschehen.

Foto: Stadt AachenMaßarbeit: Experten aus den Niederlanden haben das 1,4 Tonnen schwere Mühlrad und die sogar 1,7 Tonnen schwere neue Welle gefertigt und vor Ort montiert.

Mühle wurde im 15. Jahrhundert erstmalig erwähnt

Die Welsche Mühle, erstmalig im 15. Jahrhundert erwähnt, ist mit ihrer Ostfassade zur Haarbachtalstrasse gelegen. Die Mühle wurde in früherer Zeit allgemein als „die Mühle von Oberhaaren“ bezeichnet. Der Name „Welsche Mühle“ erscheint erstmals im Jahre 1780. Offensichtlich wurde die Mühle nach dem damaligen Eigentümer, dem kaiserlichen Kapitän und Aachener Bürgerhauptmann N.C. Charlier benannt. Wahrscheinlich stammte dieser aus dem französischen Sprachraum, weshalb man ihn wohl „der Welsch“ nannte und diesen Namen auf die Mühle übertrug. Die Mühle wurde vorrangig zum Getreidemahlen benutzt. Es befinden sich zwei Mahlstühle in der Mühle, wobei der eine zum Mahlen von Roggen, der andere zum Mahlen von Weizen gedient hat. Betrieben wurde die „Welsche Mühle“ noch bis in das Jahr 1961 hinein. Die beliebte Mühle steht Bürgerinnen und Bürgern, Vereinen und Firmen als Tagungsstätte für Seminare oder für Festlichkeiten, zum Beispiel Geburtstagsfeiern oder Hochzeiten, zur Verfügung.

Weitere Infos zur Welschen Mühle finden sie hier.

Herausgegeben am 22.07.2021 von:

Stadt Aachen
Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing
Dr. Jutta Bacher
Markt 39, 52058 Aachen
Tel.: +49 241 432-1309
Fax: +49 241 28121
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