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„Es braucht Menschen vor Ort, die sich mit Herzblut für eine Sache einsetzen“

  • Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen besuchte die neuen Räumlichkeiten der Koordinationsstelle Bushof in der Blondelstraße und traf sich dort mit „Kümmerin“ Heidemarie Ernst zu einem gemeinsamen Rundgang.
  • Viele Probleme und Belastungen des Bereichs um den Bushof wurden inzwischen durch die koordinierte Zusammenarbeit im Netzwerk Bushof erkannt und abgebaut, aber auch Ressourcen aufgebaut. Zu tun gibt es jedoch noch genug.
  • Die OBin Keupen bedankte sich für alles, was bisher am Bushof passiert sei und versprach, die Expertise, die sich hier gesammelt habe, auch für andere öffentliche Räume zu nutzen.
So frisch und windig die Wetterlage an diesem Frühlingstag war, so warm und herzlich war der Empfang, der Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen am Bushof geboten wurde. Anlass ihres Besuchs vor Ort war der aktuelle Umzug der Koordinationsstelle Bushof vom Katschhof in neue Räumlichkeiten in der Blondelstraße. Hier traf sich die OBin Keupen mit Heidemarie Ernst zum Austausch über die Arbeit der Koordinationsstelle, zu einem gemeinsamen Rundgang sowie zu persönlichen Treffen mit Mitglieder*innen des gleichnamigen Netzwerks.
Ende 2018 hatte der städtische Ausschuss für Soziales, Integration und Demographie auf Empfehlung der Bezirksvertretung Aachen-Mitte die Einrichtung der Koordinationsstelle Bushof beschlossen. Erstes Anliegen war, den Nutzer*innen um den Bushof und des angrenzenden Gebiets eine so genannte „Kümmerin“ zur Seite zu stellen, die eine Zusammenarbeit von betroffenen Aachener Bürger*innen und Institutionen aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Soziales koordinieren sollte. Eine Funktion, die Heidemarie Ernst seitdem mit der Frage nach Information, Beratungs- und Vernetzungsbedarf, mit zahlreichen Ideen und Projekten rund um den Aachener Bushof ausfüllt.
Koordinierte Zusammenarbeit im Netzwerk
„Der Bereich um den Bushof steht bereits seit mehreren Jahren mit seinen vielfältigen Problemlagen im Fokus der Öffentlichkeit. Viele der 70.000 Menschen, die diesen zentralen Aachener Mobilitätsort täglich aufsuchen, fühlten sich dort unsicher“, berichtet Kümmerin Heidemarie Ernst. Und sagt nicht ohne Stolz: „Aufgrund der koordinierten Zusammenarbeit in unserem breit angelegten Netzwerk Bushof haben wir jedoch heute bereits zahlreiche Belastungen erkannt und abgebaut, aber auch Ressourcen aufgebaut. Zu tun gibt es noch genug und es ist hilfreich, dass unsere Oberbürgermeisterin sich auch diese Bedarfe direkt vor Ort anschaut.“
Eine Ansprechpartnerin, die anpacken kann
Grundlage der Arbeit der Koordinationsstelle bildet die erfolgreiche Zusammenarbeit der Nutzer*innen des Bushofs und des Gebiets um das Gebäude herum sowie von Politik und Verwaltung, um die Aufenthaltsqualität rund um den Bushof spürbar zu verbessern. „Für viele Menschen am Bushof war es total entlastend, eine reale Ansprechpartnerin zu kennen, die sich innerhalb und außerhalb der Verwaltung auskennt und auch anpacken kann. Egal, ob die Reparatur einer Straßenlaterne oder die Organisation eines Kunstprojekts koordiniert werden soll“, erinnert sich Ernst.
Sie ergänzt: „Durch die Zusammenarbeit auf Augenhöhe und eine konstruktive Kommunikation ist inzwischen viel persönliches Vertrauen entstanden. Unter dem Motto ‚Gemeinsam mehr erreichen‘ wurden Probleme analysiert, Maßnahmen geplant und wirksam umgesetzt. Die schnelle Umsetzung der verschiedenen Maßnahmen war jedoch nur deshalb, häufig sogar unbürokratisch, möglich, weil das gemeinsame Ziel von allen Partner*innen – sowohl auf der operativen als auch der Führungsebene – mitgetragen wurde“.
Wirksame Aufwertung mit einfachen Mitteln
Eine Aussage, die Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen nur unterstreichen kann. Denn: „Wir haben eine Verantwortung für die gesamte Aachener Innenstadt. Der Bushof ist ein wichtiger Teil dieser Innenstadt, der aktuell jedoch mit zahlreichen sozialen und infrastrukturellen Herausforderungen konfrontiert ist. Die Arbeit der Koordinationsstelle und von Heidemarie Ernst zeigen, wie eine Aufwertung dieses Bereiches mit einfachen Mittel äußerst wirksam verfolgt wird. Es braucht Menschen vor Ort, die sich mit Herzblut und Fachkompetenz für eine Sache einsetzen“. Die Oberbürgermeisterin verspricht: „Die Expertise, die sich hier gesammelt hat, werden wir ganz sicher auch für andere öffentliche Räume nutzen“.
Erste Station beim Rundgang rund um den Bushof ist für Sibylle Keupen und Heidemarie Ernst das Fotostudio Jünger in der Kurhausstraße. Hier ist Stephanie Jünger seit mehr als 20 Jahren im Familienbetrieb tätig. Als ausgesprochen aktives Mitglied im Netzwerk hat sie selbst zahlreiche Maßnahmen angestoßen und freut sich nun über mehr Sauberkeit und Sicherheit, eine Straßenlaterne, Fahrradständer sowie eine ansprechende Bepflanzung in „ihrem“ Bereich des Bushofs. „Ich bin froh“, sagt sie, „dass ich in der Koordinationsstelle eine Ansprechpartnerin gefunden habe und dass hier nun so viel passiert“.
Gute Nachbarschaft
Im Fenster der Bar Hotmannspief in der Komphausbadstraße von Ehsan Mazaheri steht ein großes Foto mit einem Dankeswort des jungen Gastronomen an alle Nachbarn, Vereine und Institutionen, die ihn in der Corona-Pandemie unterstützt haben. Und das sind nicht wenige – die Namen lesen sich beinah wie das „Who is Who“ von Aachen. Manchmal war die Hilfe ideell, ein paar freundliche Worte, ein Schulterklopfen. Manchmal finanziell, der nette Nachbar, der regelmäßig Essen bestellt oder seinen Weinvorrat über die Bar aufstockt. Manchmal ein bisschen von beidem, wie die jungen Studenten, die Ehsan Mazaheri mangels Masse ein Rubbellos schenkten. Für seine Außengastronomie hat er jetzt neue Sonnenschirme und Möbel angeschafft und wartet mit seinen Stammgästen darauf, endlich wieder öffnen zu können. „Wir haben eine super Nachbarschaft und sind wie eine große Familie“, sagt er gerührt von so viel Öcher Hilfsbereitschaft.
In einem Kunstprojekt der Beratungsstelle Solwodi e.V. werden am Alten Kurhaus gerade gemeinsam von regionalen Künstler*innen und Sexarbeiterinnen unter dem Motto „Straßenblüten brauchen Löwenzähne“ bunte Holzverkleidungen gestaltet. Künstlerin Jessica Honnef, die an diesem kühlen Freitagmittag in der Kurhausstraße arbeitet, bekommt von einem der Mitarbeiter des Stadtbetriebs ohne viele Worte einen warmen Kaffee spendiert. Einfach so. Eine nicht geplante Geste, die zeigt, dass Aachen nicht nur an der Wand des Alten Kurhauses aufblüht …
Ein Blumenstrauß für die Oberbürgermeisterin
Ganz frisch umgezogen ist Tariq Arshad, der viele Jahre am ehemaligen „Lust for Life“ seine Blumen verkaufte. Da er seinen Unterstand aufgrund aktueller Umbauarbeiten aufgeben musste, nutzt er nach städtischer Vermittlung jetzt ein leerstehendes Ladenlokal in der Komphausbadstraße als Blumengeschäft. Der Blumenverkäufer schenkt der Oberbürgermeisterin zum Abschluss ihres Besuchs am Bushof einen bunten Blumenstrauß - „Ich freue mich einfach, dass Sie heute hier sind und Interesse für den Bushof und die Menschen, die hier leben, zeigen.“
Nach dem Rundgang bedankt Sibylle Keupen sich bei Heidemarie Ernst nicht nur für die Begleitung, sondern auch für „alles, was bisher am Bushof passiert ist“. Ein Aufbruch sei deutlich spürbar, wenn gleich noch viele Probleme angegangen werden müssen. „Die Menschen am Bushof haben gemerkt, dass man gemeinsam etwas bewirken kann. Ihre Perspektive hat sich geändert. Aus resignierten Bürger*innen sind aktive Problemlöser*innen geworden. Und das ist überall am Bushof spürbar“, sagt die Oberbürgermeisterin. 

Herausgegeben am 07.05.2021 von:

Stadt Aachen
Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing
Dr. Jutta Bacher
Markt 39, 52058 Aachen
Tel.: +49 241 432-1309
Fax: +49 241 28121
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