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Pionierarbeit: Aachen nimmt zwei Wasserstofffahrzeuge für die Abfallsammlung in Betrieb

  • Damit ist Aachen europaweit eine der ersten Städte, die solche Nutzfahrzeuge einsetzt.
  • Um das Ziel der Emissionsfreiheit von Fahrzeugen zu erreichen, wurde auch die erste elektrifizierte Kehrmaschine angeschafft.
  • Eine hohe Fördermittelsumme unterstützt das Projekt.

„Das, was wir heute hier erleben, ist absolute Pionierarbeit“, sagt Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen. „Wir haben uns als Stadt Aachen dazu verpflichtet, ab 2030 klimaneutral zu sein.“ Und ein wichtiger Teil auf dem Weg, dieses Ziel zu erreichen, ist heute in Betrieb genommen worden: zwei Wasserstofffahrzeuge für die Abfallsammlung des Aachener Stadtbetriebs. Damit ist Aachen europaweit eine der ersten Städte, die überhaupt Wasserstofffahrzeuge in diesem Bereich einsetzt. „Das zeigt, was Aachen kann: Innovation und sich trauen, diese wichtigen Aufgaben mutig anzugehen. Wir sind Vorreiter als Teil der Wasserstoff-Modellregion.“

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Ein Novum für Aachen: Achim Knoll, Bereichsleiter Einkauf und Technik des
Aachener Stadtbetriebs, Thomas Thalau, Leiter Aachener Stadtbetrieb,
Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen, Klaus Mees, Bergdirektor des Ministeriums
für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie des Landes NRW, und
Julia Scholtes, Gesamtprojektleiterin „AachenMooVe!“, freuen sich, dass in Aachennun wasserstoffbetriebene Abfallsammelfahrzeuge eingesetzt werden. © Stadt Aachen/ Andreas Steindl

Fuhrpark auf alternative Systeme umstellen

„Das ist heute ein ganz besonderer und erfreulicher Tag für uns“, sagt Stadtbetriebsleiter Thomas Thalau. „Als kommunaler Dienstleister arbeiten wir für die Stadtbevölkerung und das mitten in der Stadt – mit einer großen Belastung durch Lärm und Abgase. Deshalb haben wir schon früh damit angefangen, unseren Fuhrpark auf alternative Systeme umzustellen. Bei unseren großen Maschinen, wie den Abfallsammelfahrzeugen, war das bislang schwer. Jetzt haben wir ein hervorragendes Ergebnis. Wir können klimaneutral unterwegs sein und haben dabei auch noch eine ganz andere, niedrige Lärmbelastung. Das ist gut für die Bürger*innen wie auch für unsere eigenen Mitarbeitenden.“

Hohe Fördermittelsumme unterstütz das Projekt

Verkehr in Aachen, der mit Kraftfahrzeugen zurückgelegt wird, soll möglichst emissionsfrei stattfinden. Um die Umsetzung zu beschleunigen, hat die Stadtverwaltung beträchtliche Projektförderungen akquiriert. Einen wesentlichen Anteil daran haben Julia Scholtes, Projektleiterin „AachenMooVe!“, und ihr Team. „Die Anschaffungskosten belaufen sich auf rund eine Millionen Euro pro Wasserstofffahrzeug, rund 80 Prozent werden aus dem Förderbereich „Emissionsfreie Innenstadt“ mit Mitteln des Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und Mitteln des Landes NRW gefördert.“ In diesem Rahmen wurde auch die Anschaffung einer batterieelektrischen Kehrmaschine unterstützt, die bereits seit einigen Wochen in der Innenstadt im Einsatz ist. Die Anschaffung dieser Fahrzeuge ist ein Teil des Förderprojektes „AachenMooVe!“, das noch bis Juni 2022 läuft.

Den Innovationsgeist der Stadt Aachen bei diesem Projekt betont auch Klaus Mees vom NRW-Ministerium für Wirtschaft, Innovation, Digitalisierung und Energie. „Ich arbeite bereits seit 15 Jahren am Thema Wasserstoff, bislang konnte man dabei noch nicht viel in der Umsetzung sehen. Deshalb freut es mich umso mehr, Sie bei diesem Prozess begleitet zu haben. Die Bedeutung für NRW ist immens.“

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Ab nächster Woche werden die neuen Fahrzeuge in der Innenstadt für die Sammlung der Bioabfälle eingesetzt. © Stadt Aachen/ Andreas Steindl

Größte Reichweitenkonfiguration

Ab nächster Woche werden die neuen Fahrzeuge in der Innenstadt für die Sammlung der Bioabfälle eingesetzt. Ein Wasserstofffahrzeug ist mit einem Brennstoffzellenelektroantrieb ausgestattet. Dabei wird in der Brennstoffzelle aus Wasserstoff Strom erzeugt, der für den Elektroantrieb genutzt wird. Das Auto hat einen Elektromotor. Den Strom dafür produziert das Fahrzeug selbst aus gasförmigem Wasserstoff in einer Brennstoffzelle. Der Wasserstoff in der Brennstoffzelle reagiert mit Luft und produziert dabei elektrische Energie. Die treibt dann den Elektromotor im Fahrzeug an – und am Ende tropft nur Wasser aus dem Auspuff.

Die zwei Fahrzeuge in Aachen sind mit der größte Reichweitenkonfiguration ausgestattet, die aktuell auf dem Markt erhältlich ist. „Es ist modular aufgebaut“, erklärt Achim Knoll, Leiter des Bereichs Einkauf des Stadtbetriebs. Die Fahrzeuge haben drei Brennstoffzellen mit 90kW Leistung und vier Tanks für insgesamt 20 Kilogramm Wasserstoff. Mit einem On-Board-Charger kann zur Vergrößerung der Reichweite die Antriebsbatterie vorgeladen werden. „Unsere Abfallsammelfahrzeuge fahren im Schnitt rund 80 Kilometer am Tag“, erläutert Knoll. „Dabei kommt uns das viele Anfahren und Abbremsen zugute, wodurch sich die Batterien wieder aufladen. Dadurch sparen wir bis zu 40 Prozent Energie ein. Durch die langen Fahrten bis nach Weisweiler benötigen wir dann die zusätzliche Energie aus dem Wasserstoffantrieb.“ Getankt wird vorerst an der bisher einzigen Wasserstofftankstelle in Aachen am Prager Ring. „Es gibt allerdings auch die Idee, dass wir als Aachener Stadtbetrieb eine eigenständige Wasserstofftankstelle errichten.“

Nationale Wasserstoffstrategie

Zwei weitere wasserstoffbetriebene Abfallsammelfahrzeuge sind bereits in der Vergabe, die Fördermittel dazu bewilligt; die Lieferung ist für das kommende Jahr avisiert. Damit setzt die Stadt Aachen die Bestrebungen der nationalen Wasserstoffstrategie der Bundesregierungen schon heute um. Auch die Anschaffung weiterer elektrifizierter Kehrmaschinen ist angestrebt.

Herausgegeben am 02.07.2021 von:

Stadt Aachen
Fachbereich Kommunikation und Stadtmarketing
Dr. Jutta Bacher
Markt 39, 52058 Aachen
Tel.: +49 241 432-1309
Fax: +49 241 28121
presse.marketing@mail.aachen.de

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