Baugrube auf dem Markt: archäologische Funde erwartet
Die Regionetz saniert voraussichtlich ab Montag, 10. März, am Markt 52 einen Abwasserschacht in sechs Metern Tiefe. Die Bauarbeiten werden rund sechs bis acht Monate dauern. Im Zuge der Arbeiten wird eine Baugrube in Größe von drei mal drei Metern eröffnet. Im Anschluss an die vorbereitenden Maßnahmen werden mittels eines sogenannten Liner-Verfahrens in geschlossener Bauweise Schläuche durch die vorbereiteten Rohre gezogen. Die Routine-Baumaßnahme könnte aber aufgrund ihrer Lage zu spektakulären Funden führen.
Eine Baugrube in Aachens historischem Hotspot verspricht spannende Entdeckungen: Stadtarchäologe Andreas Schaub, Tobias Küppers, Mike Schneiderwind (Regionetz), Jennifer Prinz (alle Regionetz) sowie Stadtarchäologe Markus Pavlovic und seine Kollegin Jessica Greven. Foto: Stadt Aachen / Stefan Herrmann
Archäologische Betreuun
Auch wenn die Grube die Größe von drei mal drei Metern nicht überschreitet, erwarten die Stadtarchäologen viel von der Maßnahme der Regionetz. "In der Tiefe von sechs Metern könnten sogar Spuren aus der Jungsteinzeit gefunden werden. Selbst aus dieser Zeit stammendes Holz kann noch sehr gut erhalten sein, da die Erde in dieser Tiefe so kompakt und feucht ist. In höheren Schichten könnten wiederum Steingebäude und sogar der Innenraum eines spätrömischen Kastells sein," sagt Markus Pavlovic, Stadtarchäologe der Stadt Aachen. Dieses Kastell war mindestens bis zum 12. Jahrhundert und somit auch zu Zeiten Karls des Großen vorhanden. Vielleicht werden auch Hinweise auf den Salzmarkt aus dem 14. Jahrhundert gefunden. Die dort angrenzenden Gebäude sind zwei Mal abgebrannt. Bei einer anderen Baustelle, nur wenige Meter von der jetzigen entfernt, konnten damals Spuren gesichert werden. Stadt und Regionetz sind gespannt, welche geschichtlichen Neuigkeiten diese Baustelle ans Tageslicht bringt. Denn der Markt wird nicht umsonst als archäologischer Hotspot in Aachen bezeichnet.
"Jeder Bodeneingriff bedeutet auch Zerstörung von Denkmalsubstanz. Doch bei so tief reichenden Einblicken an diesem stadtgeschichtlich bedeutenden Platz freuen wir uns auch über den zu erwartenden Erkenntnisgewinn," sagt Andreas Schaub, Stadtarchäologe der Stadt Aachen. Sollte es zu Funden kommen, werden Stadt und Regionetz selbstverständlich darüber berichten.
Die Regionetz bittet um Verständnis für die mit den Arbeiten verbundenen Unannehmlichkeiten. Mit den von ihr beauftragten Unternehmen bemüht sie sich, die Beeinträchtigungen so gering wie möglich zu halten. Sämtliche Maßnahmen sind mit den zuständigen Stellen und Institutionen abgestimmt.
Informationen zu den Baumaßnahmen finden Sie jederzeit unter www.regionetz.de/baustellen.
Weitere Infos zur Archäologie in Aachen: www.zeitreise.ac#mce_temp_url#.
Herausgegeben am 07.03.2025