Wir verwenden Cookies, um für Sie die Benutzerfreundlichkeit der Webseite zu verbessern. OK Weitere Informationen




Inhalt



Das Archivale des Monats Februar 2025 …

  • … zeigt das Haus Grenzwacht nur wenige Tage nach seiner Eröffnung am 17. Februar 1930.
  • Das Haus Grenzwacht ist heute ist es eines der größten Verwaltungsgebäude in Aachen. Als der Bau 1923 geplant wurde, war er zur Unterbringung der belgischen Besatzungsverwaltung gedacht.
  • Das Bauprojekt zog reichsweit Aufmerksamkeit auf sich, war es doch einer der ersten Hochhausbauten in Deutschland, der in Stahlskelettbauweise errichtet wurde.

Das Aachener Stadtarchiv stellt aus seinen Magazinen regelmäßig interessante Stücke als Archivale des Monats vor. Das Stück mit einem kurzen Begleittext wird in einem Schaukasten im Foyer des Stadtarchivs am Reichsweg sowie digital auf der Homepage des Archivs präsentiert. Im Februar 2025 zeigt das Archivale des Monats das Haus Grenzwacht nur wenige Tage nach seiner Eröffnung am 17. Februar 1930.

Das Haus Grenzwacht am Aachener Hauptbahnhof wurde vor 95 Jahren am Valentinstag eröffnet. Heute ist es eines der größten Verwaltungsgebäude in Aachen. Als der Bau 1923 geplant wurde, war er zur Unterbringung der belgischen Besatzungsverwaltung gedacht, doch verzögerte sich die Fertigstellung des zur damaligen Zeit spektakulären Baus immer wieder.

Archivale_Februar25.420

Quelle: Stadtarchiv Aachen, FOTO 3-9, Fotograf: Peter Gatzweiler und PER 2-1586 Personalakte Peter Gatzweiler

Unterstützung der Reichsregierung

Die Reichsregierung sollte die Bauarbeiten finanziell unterstützen, denn die Unterbringung belgischer Besatzungsstellen war eine direkte Konsequenz der deutschen Niederlage im Ersten Weltkrieg. Der erste Entwurf von Theodor Veil, Professor für Architektur an der RWTH, wurde nur bis zur Fertigstellung der Baugrube im Sommer 1924 verfolgt. Als klar wurde, dass die Finanzierung durch das Reich ausbleiben würde, ruhte die Baustelle zunächst.

Ein Investor musste her und war in dem Aachener Bauunternehmer Rudolf Lochner bald gefunden. Lochner kaufte die Baugrube samt Projekt; seine Lochner’sche Bauunternehmungs AG sollte den Bau weiterführen. Lochner ließ Veils Pläne von Emil Fahrenkamp, Professor für Architektur an der Kunstakademie Düsseldorf, überarbeiten. Mitte 1925 wurde der Bau fortgesetzt.

Neuerlicher Baustopp

Das Bauprojekt zog reichsweit Aufmerksamkeit auf sich, war es doch einer der ersten Hochhausbauten in Deutschland, der in Stahlskelettbauweise errichtet wurde. Das Stahlskelett wurde noch im Jahr 1925 fertiggestellt, doch ruhte der Bau dann erneut: Es musste mehr Stahl verwendet werden, als ursprünglich geplant, die Kostensteigerungen führten zum neuerlichen Baustopp. Es sollte bis Oktober 1927 dauern, bis mit dem Essener Bauunternehmen Hochtief ein neuer Investor gefunden werden konnte.

Hochtief beauftragte den in Aachen geborenen Architekten Jakob Koerfer mit der erneuten Überarbeitung der Pläne. Unter anderem wurde ein Kinosaal hinzugefügt, ein Anbau ergänzte die Nordseite und der Langbau wurde um ein Geschoss erhöht, wobei diese Gebäudeteile nun in Stahlbetonskelettbauweise errichtet wurden. Im April 1929 wurden die Bauarbeiten an dem Haus Grenzwacht genannten Gebäude fortgesetzt und im Februar 1930 abgeschlossen.

„Restaurant Grenzwacht“

Das Archivale des Monats zeigt das Haus Grenzwacht nur wenige Tage nach seiner Eröffnung am 17. Februar 1930. Der Fotograf blickt über die Römerstraße auf den Bahnhofsplatz und das Haus Grenzwacht an der Hackländerstraße. Am rechten Bildrand ist zudem der Hauptbahnhof zu erkennen. Am Haus Grenzwacht ist an der Fassade des Erdgeschosses ein Schild mit der Aufschrift "Restaurant Grenzwacht" angebracht. Im Vordergrund ist die Pflasterung der Römerstraße und des Bahnhofplatzes erkennbar. Der Fotograf war der damalige technische Stadtsekretär und spätere Stadtbaumeister Peter Gatzweiler, Mitarbeiter des städtischen Hochbauamtes.

17.02.2025