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Nahverkehrsplan

Aktuell: Neuer Fahrplan mit in Teilen neuen Linienführungen und Liniennummern seit dem 10.12.2017.

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Das neue Busliniennetz

Seit dem 10.12.2017 sind einige Buslinien auf einem neuen Linienweg, in Teilen mit neuen Liniennummern, unterwegs. Diese Veränderungen basieren auf dem Zielkonzept 2018 im Nahverkehrsplan, das nach einem umfänglichen Beteiligungsprozess und Beratungen in den Stadtbezirken 2015 einstimmig vom Rat der Stadt Aachen beschlossen wurde. Die wichtigsten Umstellungen sind:

  • CityTakt auf den Premiumachsen: Alle 7,5 Minuten (mindestens acht Fahrten pro Stunde) aus Richtung Eilendorf, Richterich/Laurensberg, Brand, Burtscheid, Vaals, Campus Melaten Jülicher Straße/Prager Ring und Frankenberger Viertel

  • Neue Direktverbindungen durch eine sogenannte "Y-Struktur" bei den Linienwegen: Aus einem Außenbezirk soll über die Innenstadt möglichst in zwei verschiedene Stadtteile umsteigefrei gefahren werden können

  • Verlängerung der Linie 51 über den Hauptbahnhof (Hbf.) bis Burtscheid - Waldfriedhof

  • Neue Direktverbindung Campus Melaten und Süsterfeldstraße durch die Linien 1 und 41 ab Bushof über Westbahnhof - Süsterfeldstraße - Campus Melaten (Boulevard) bis Uniklinik jeweils im 30-Minuten-Takt

  • Neues Linienkonzept in der Eifel

  • Neuer Schnellbus SB 66 zwischen Monschau und Aachen

  • Bedarfsorientierte Bedienung zu Zeiten geringer Nachfrage NetLiner im Aachener Süden durch ein innovatives flexibles Rufbuskonzept - dem NetLiner.

  • Neuordnung der 7er-Linien: Die Äste der 7er-Linien werden zur Erhöhung der Pünktlichkeit und betrieblicher Optimierung neu miteinander verknüpft.

Detailinformationen zu den Angebotsveränderungen finden Sie hier:
 
 
Basis: Der Nahverkehrsplan

In welchem Abstand sollen die Bürger in Aachen eine Bushaltestelle erreichen können? Um welche Uhrzeit soll der Betrieb beginnen, wann fährt der letzte Bus? Wie oft muss man umsteigen, um zum Beispiel aus Richterich den Hauptbahnhof zu erreichen? Wie geht man mit Unpünktlichkeit um? Welche Qualität sollen die Fahrzeuge besitzen? Müssen alle Haltestellen barrierefrei ausgestaltet sein?

Diese und viele weitere Fragen werden im Nahverkehrsplan der Stadt Aachen beantwortet. Er wurde im Jahr 2015 zum zweiten Mal überarbeitet und vom Rat der Stadt Aachen im August 2015 verabschiedet.

Ein Nahverkehrsplan verfolgt keinen Selbstzweck. Er übernimmt die Aufgabe, einen Rahmen für die Entwicklung des Öffentlichen Personen-Nahverkehrs (ÖPNV) zu bilden. Er zeigt Schwachstellen auf, bildet die Grundlage für die Erteilung von Liniengenehmigungen. Zudem wird geprüft, welche Maßnahmen zur Verbesserung des ÖPNV umgesetzt werden sollten und wie diese finanziert werden können.

Der Nahverkehrsplan enthält Ziele und Vorgaben, die sich aus der Raumordnung und Landesplanung für die Stadt Aachen ergeben und stellt die Aufgaben dar, die sich die Stadt im Bereich Stadtentwicklung, Umwelt- und Verkehrspolitik gesetzt hat. Zusätzlich werden Qualitätsanforderungen für den ÖPNV in Aachen aufgestellt.

In einer ausführlichen Bestandsaufnahme wurde die heutige verkehrliche Situation in Aachen und Umgebung in Bezug auf den ÖPNV beschrieben. In der nachfolgenden Zustandsanalyse wurden die Zielvorgaben und Qualitätsanforderungen mit der Bestandsaufnahme abgeglichen und die momentane Situation bewertet. Auf dieser Grundlage und aufbauend auf der Untersuchung "Busnetz 2015+", wurden Maßnahmen zur weiteren Verbesserung des ÖPNV in einem "Zielkonzept 2018" erarbeitet.

Im Rahmen des Gutachtens Busnetz 2015+ wurde untersucht, wie das ÖPNV-Netz in Aachen in einem kostenneutralen Rahmen attraktiver und effizienter gestalten werden könnte, um damit mehr Fahrgäste für den ÖPNV zu gewinnen. Es wurden verschiedene Szenarien erarbeitet und bewertet. Daraus wurde eine Vorzugsvariante ausgearbeitet, deren Kernpunkte der Mobilitätsausschuss in 2013 beschlossen hat. Bei der Erarbeitung des Nahverkehrsplans wurden diese Maßnahmen dann betrieblich im Detail geprüft und weiterentwickelt.

Das Zielkonzept 2018 stellt ein ausgewogenes Konzept mit sowohl Leistungserweiterungen als auch Kürzungen im Busverkehr dar. In Zeiten knapper Kassen war es eine Vorgabe der Politik, das Busliniennetz möglichst kostenneutral zu optimieren.

Die 2. Fortschreibung des Nahverkehrsplans kann hier heruntergeladen werden (Downloadlink).

Rahmenwerke

Der ÖPNV sichert die Mobilität für alle, ist umweltfreundlich und flächensparsam und trägt so zu einer lebenswerten Stadt maßgeblich bei. Der Nahverkehrsplan stellt daher einen sehr wichtigen Baustein innerhalb der Verkehrsentwicklungsplanung in Aachen dar. Der neue Verkehrsentwicklungsplan der Stadt Aachen wird zurzeit in einem dialogorientierten Prozess aufgestellt und integriert den Nahverkehrsplan.

2009 ist der erste Luftreinhalteplan für das Stadtgebiet Aachen in Kraft getreten, in 2015 wurde er fortgeschrieben. Darin wird beschrieben, wie die hohe Verkehrsbelastung der Innenstadt, begünstigt durch die Talkessellage Aachens, zu häufigen Überschreitungen der Grenzwerte für Stickstoffdioxid und Feinstaub (PM10) maßgeblich beitragen - siehe www.aachen.de/luftreinhalteplan. Zunächst konnte in Aachen die Einführung einer Umweltzone mit Fahrverboten für bestimmte Pkw sogar verhindert werden. Seit 1. Februar 2016 musste aber doch eine solche Umweltzone eingerichtet werden. In Zusammenarbeit mit der Bezirksregierung und vielen weiteren Partnern wurden im Rahmen des Luftreinhalteplans Maßnahmen zur Senkung der Schadstoffemissionen entwickelt, unter anderem soll der Radverkehr gefördert und der ÖPNV weiter gestärkt werden, z.B. durch die Anschaffung von Elektrobussen. Der Nahverkehrsplan trägt diesen Anstrengungen Rechnung.

Weitere Aufgaben und Planungen

Zurzeit werden Konzepte zur Wiedereinführung eines Marktliners untersucht. Wünschenswert wäre die Bedienung mittels Elektrobusse, die langfristig sogar autonom fahren könnten.

Im Rahmen des Innenstadtkonzeptes 2022 (siehe www.aachen.de/innenstadt) werden Ideen entwickelt, wie der Bushof umgestaltet werden kann. Eine Machbarkeitsstudio beschäftigt sich zunächst mit alternativen Szenarien, wie sich die Verkehrssituation des Bushofes entwickeln könnte (z.B. mögliche Verlagerung der Haltestellen aus dem Unterführungsbereich heraus). Auf dieser Basis soll anschließend ein städtebaulicher Wettbewerb durchgeführt werden.

Bis 2022 muss die Nutzung des ÖPNV vollständig barrierefrei sein. Das schreibt das Personenbeförderungsgesetz (PBefG) vor. Stadt Aachen baut deshalb nach einem umfassenden Programm alle Bushaltestellen barrierefrei aus. Die Haltestellen werden mit einem Hochbord und Leitelementen für Blinde und sehbehinderte Fahrgäste ausgestattet. Die Warteflächen müssen ausreichend breit sein und die Zuwegung ebenfalls barrierefrei angelegt werden.

Der Umbau erfolgt nach einer Prioritätenliste. Hierfür wurden alle fast 1000 Haltestellen(positionen) in Aachen bewertet und kategorisiert. Im Ergebnis werden die am stärksten genutzten und angefahrenen Haltestellen zuerst umgebaut.

Auch Haltestellen mit einem erhöhten Bedarf an einer barrierefreien Gestaltung, die also im unmittelbaren Umfeld von Seniorenheimen, Kranken- und Ärztehäusern, Behörden und anderen wichtigen Einrichtungen liegen, haben eine hohe Priorität. Haltestellen in der Siedlungsperipherie, die sehr schwach genutzt werden, werden zunächst nicht ausgebaut. Hier steht der Nutzen durch den Umbau für die Allgemeinheit nicht im Verhältnis zu den Kosten für den städtischen Haushalt. Im Nahverkehrsplan werden diese Ausnahmen behandelt.